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Früherkennung kann Leben retten


Pink Ribbon Deutschland macht aufmerksam.

Wir versuchen mit unserer Arbeit in erster Linie gesunde Menschen zu erreichen und weitergehend auch das Umfeld von Betroffenen. Der gesunde Mensch kann mit Selbstvorsorge und Früherkennungsuntersuchungen viel tun. Durch Früherkennung kann der Krankheitsverlauf sehr positiv beeinflusst werden.

Bitte lesen Sie hierzu unbedingt auch die Informationen unter Achtsam mit dem eigenen Körper, Ernährung und Bewegung, Früherkennungsmöglichkeiten.

Informationen zum Thema Brustkrebs:

  • Brustkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen - es werden mehr als eine Million Brustkrebserkrankungen pro Jahr neu diagnostiziert.

  • Eine von 8 Frauen wird in ihrem Leben mit einer Brustkrebserkrankung konfrontiert.
  • Brustkrebs ist die häufigste Krebsart und die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Nur Herz-Kreislauferkrankungen mit Todesfolge liegen in Anzahl noch davor.
  • 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland, inkl. in situ-Tumoren (RKI 2015)
  • 17.700 Todesfälle pro Jahr in Deutschland (RKI 2015)
  • Doch was viele nicht wissen: Die Überlebensrate beträgt 82 Prozent bezogen auf 10 Jahre.
  • Noch nie war die Lebenserwartung bei Frauen so hoch wie heute. Aktuell liegt diese bei durchschnittlich 84 Jahren.

Die Überlebensrate bei Brustkrebs beträgt 82% bezogen auf zehn Jahre. Grundlage für die mögliche Heilung ist unter anderem die Früherkennung der Krankheit und die damit verbundene bessere Behandlungsmöglichkeit. Die zu ergreifenden Behandlungsmethoden können die Lebensqualität während der Behandlung steigern und insgesamt bewirken, dass weniger Frauen an ihrer Erkrankung sterben.

Es gibt keine pauschale Richtlinie zur Vorsorge. Wie die Einzelne mit Untersuchungen zur Früherkennung umgeht, entscheidet jede Frau selber. Es ist wichtig, sich nicht verrückt zu machen und gleichzeitig eine Achtsamkeit für sich zu entwickeln, die es ermöglicht Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Bemerkenswert und zu berücksichtigen ist, dass circa 80 Prozent der Mammakarzinome entdeckt werden, weil die Frauen selbst Veränderungen ihrer Brust feststellen. Je besser Sie Ihre Brust kennen, mit ihr vertraut sind, umso besser bemerken Sie, wenn sich etwas verändert. 

Eine Veränderung an sich bedeutet noch nichts, aber Sie haben so die Möglichkeit, frühzeitig Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Und auch hier ist es wichtig zu wissen, dass Untersuchungen in manchen Fällen auch falsche Ergebnisse liefern können und somit ein Verdachtsmoment entstehen kann, obwohl die Betroffene nicht erkrankt ist. Die psychische Belastung bis zu einer abklärenden, zweiten Untersuchung sind hoch.

Finden Sie durch einen Klick hier unseren Flyer zur Selbstabtastung wozu untenstehend eine Vorschau abgebildet ist.

Das Kennenlernen und die Wahrnehmung der eigenen Brust ist eine wirkungsvolle Form der Früherkennung von Brustkrebs, die mit wenig Aufwand von jeder Frau selber durchgeführt werden kann. Während einer Vorsorgeuntersuchung kann der Gynäkologe dafür Anleitungen zum richtigen Abtasten mit nach Hause geben. Nicht jede Veränderung bedeutet sofort Brustkrebs; auch Zysten können die Ursache für eine Veränderung sein. Trotzdem sollte jeder tastbare Knoten vom Arzt abgeklärt werden.

Auf folgende Veränderungen sollten Sie achten:

  • Schmerzen an einer Stelle der Brust
  • Knötchen in der Achselhöhle oder der Brust
  • wenn die Haut wie Orangenhaut aussieht oder anschwillt
  • Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
  • Veränderungen der Brustwarze
  • Einziehen der Brustwarze
  • die Größe der Brust verändert sich
  • eine Brust verformt sich beim Heben der Arme anders als die andere
  • Hautrötungen (teils aussehend wie Schorf), die nicht abklingen

Wichtig: Trotz dieser Merkmale bleibt festzustellen, dass die meisten Erkrankungen der Brust gutartig sind, aber einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Zeitpunkt einer Selbstabtastung 
Zum Ende der Regelblutung. Zu diesem Zeitpunkt ist das Brustgewebe weicher und weniger druckempfindlich. Nach den Wechseljahren ist der Zeitpunkt beliebig, da sich das Gewebe nicht mehr so stark verändert. Wenn Sie Hormone einnehmen, kann das Gewebe dichter werden und somit eine Beurteilung erschweren. Wichtig ist Regelmäßigkeit - mindestens einmal im Monat - erlaubt eine gesteigerte Wahrnehmung schon nach kurzer Zeit.

  • Selbstabtastung nach Vorlage (Hier geht es zu unserem Abtast-Flyer)
  • Ärztliche Tastuntersuchung
  • Tastuntersuchung durch eine MTU (Medizinische-Taktile Untersucherin, Discovering Hands®)
  • Ultraschalluntersuchung
  • Mammographie (Röntgenuntersuchung)
  • Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)

Nach wie vor gilt, dass jede der beschriebenen Maßnahmen für sich allein keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Und es gibt zahlreiche Vor- und Nachteile: Während zum Beispiel die eigene Abtastung ohne großen Aufwand selber durchgeführt werden kann, ist eine Tastuntersuchung durch eine MTU (Medizinische Tastuntersucherin) von Discovering Hands® durch den besondere Tastsinn blinder Frauen sensibler als bei einem selber oder den Gynäkologen. Ultraschalluntersuchungen sind ebenfalls wenig invasiv aber wiederum oft eher bei einem tatsächlichen Verdachtsmoment empfohlen. Außerhalb des Screeningprogramms (Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren) ist die Mammographie ohne Verdachtsmoment nicht zulässig. Und die MRT-Untersuchung wird aktuell nur Frauen zur Früherkennung angeraten, bei denen familiäre Vorbelastungen bestehen.

Informieren Sie sich also intensiv über die oben beschriebenen Untersuchungsmethoden, um persönlich abwägen zu können, ob mögliche Belastungen im Verhältnis zum individuellen Nutzen stehen.

Mit keiner Untersuchungsmethode kann erkannt werden, ob eine Veränderung letztlich gut- oder bösartig ist. Hierzu bedarf es immer einer Gewebeentnahme (Biopsie).

Leistungen zur Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland

Ärzte empfehlen bereits ab einem Alter von 30 Jahren eine jährliche Brustuntersuchung - diese wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Dabei tastet der Frauenarzt Brust und Achselhöhlen ab und achtet auf Veränderungen. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten regelmäßig eine Einladunge zur Mammographie.

Weitere Maßnahmen zur Früherkennung, die in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen werden, sind: Ultraschalluntersuchung und MRT

Hinweis: Die Leistungen können von Patientin zu Patientin und möglicherweise auch unter den verschiedenen Krankenkassen variieren. Bei Ihrem Arzt sollten Sie daher erfragen, welche Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden und inwiefern auch Untersuchungen außerhalb der Kassenleistungen möglich sind.

Lassen Sie sich in jedem Fall ein paar Tage Zeit. Sprechen Sie mit Angehörigen und vertrauten Menschen ihres sozialen Umfelds. Informieren Sie sich bei Ärzten und Selbsthilfegruppen über die Erkrankung und deren Behandlungsmethoden.

> Holen Sie in jedem Fall eine zweite ärztliche Meinung ein.

Das gilt gleichermaßen für Betroffene wie auch für deren Angehörige.

Die Diagnose steht fest und nun liegen viele wichtige Entscheidungen vor Ihnen. Brustkrebs ist jedoch meistens kein medizinischer Notfall. Nehmen Sie sich also die Zeit und informieren Sie sich über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Arzt wird Sie bei den folgenden Schritten begleiten. Erwägen Sie die weitere Behandlung in einem Brustzentrum. Prüfen Sie ob aktuelle Studien und eine Teilnahme an diesen für Sie in Betracht kommt. Sehen Sie hierzu in unserer Linkliste und sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber.

Direkte Hilfe bietet der Krebsinformationsdienst, die Deutsche Krebshilfe e. V. und die regionalen Brustzentren in Ihrer Nähe. Sehen Sie hierzu auch in unserer Linkliste nach oder fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach den regionalen Adressen.

Was man noch wissen sollte:

Brustkrebs gehört inzwischen zu den am bestuntersuchten Krebserkrankungen. Die Brustzentren (siehe Linkliste) zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus. Sie bieten optimale Brustkrebsversorgung von der Diagnostik bis zur Nachsorge. Die Heilungsprognose bei Brustkrebs hat sich durch eine Vielzahl an frühzeitigen Diagnosemethoden und verfügbaren Therapien erheblich verbessert.

Bis zu 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen sind familiär vorbelastet. Davon haben ein Viertel das veränderte Gen BRCA1 oder BRCA2. Für Mutationsträgerinnen erhöht sich das lebenslange Risiko an Brustkrebs zu erkranken auf rund 60 Prozent und das Risiko für Eierstockkrebs auf 20 bis 60 Prozent.

Es gibt Kriterien, die auf eine genetische Veranlagung hindeuten. Dazu gehören ein junges Erkrankungsalter und mehrere Personen, die in der gleichen Familienlinie erkrankt sind. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein. Männer erkranken deutlich seltener, können die Mutation jedoch ebenso wie Frauen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weitervererben. Eine genaue Klärung bei Verdacht kann durch einen Gentest erfolgen. Dieser wird auf Basis einer Blutprobe durchgeführt. Das Ergebnis des Gentests kann bestätigen oder beruhigen. Wer nachweislich eine Mutation trägt, steht vor einigen Entscheidungen: Ist die engmaschige Brustkrebs-Früherkennung passend bis hin zu der Frage, ob die gesunde Brustdrüse oder die Eierstöcke vorbeugend entfernt werden sollen. Wer hingegen aus einer Familie mit einer bekannten Mutation kommt, kann durch den Test auch entlastet werden, wenn die Mutation nicht nachgewiesen werden kann.

Der Gentest ebenso wie eine ausführliche Beratung zur Früherkennung und Behandlung werden über besonders spezialisierte Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs angeboten. Die Kosten übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

Weiterführende Informationen zu diesem Spezialthema finden Sie über unsere Linkliste und bei: 

www.krebsinformationsdienst.de
www.brca-netzwerk.de

Erklärungen:

  • die weibliche Brust (lateinisch: mamma)
  • im Wort „Biopsie“ stecken die griechischen Begriffe bíos (Leben) und ópsis (Sehen)
  • BRCA1 und BRCA2. BRCA steht dabei für „breast cancer“, das englische Wort für Brustkrebs.

 

 

Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit Behandlungsmethoden und neuen Arzneimitteln beschäftigen, die aber noch nicht öffentlich zugänglich sind. Ziel ist hierbei, die Behandlung von Krankheiten immer auf dem bestmöglichen und neuesten Stand zu halten. Es gibt grundsätzlich zwei Studienrichtungen:

Interventionelle Studien (auch klinische Studien) und nicht-interventionelle Studien (NIS).

Bei den interventionellen Studien werden ausgewählten Patientinnen Arzneimittel in einer genau bestimmten Dosierung oder Kombination zur Verfügung gestellt. Diese neue Art der Behandlung wird dann mit bestehenden Behandlungen abgeglichen. Hierbei wird ein exakt festgelegter Prüfplan abgearbeitet. Der Vorteil für Patientinnenen liegt in einer engmaschigen und sehr umfangreichen Untersuchung und Betreuung. Gleichzeitig erhalten die Patientinnen Zugang zu Therapien, die dem allerneuesten Stand entsprechen. 

Bei nicht-interventionellen Studien kommen Medikamente zum Einsatz, die bereits erprobt und auf dem Markt verfügbar sind. Bei diesen Studien sollen Ergebnisse schon abgeschlossener klinischer Studien bestätigt werden. Somit soll diese neue Therapierichtung dann in alle Behandlungen einfließen.

Gerade auch für Brustkrebspatientinnen besteht die Möglichkeit an Studien teilzunehmen. Welche und ob Studien angeboten werden können Sie z. B. über zwei Links in unserer Linkliste erfahren.

www.studien.de

www.viomedo.de

 Und natürlich ist hierfür der behandelnde Arzt der erste Ansprechpartner für Sie. Denn nur er kann prüfen, ob die Art des Tumors, das Lebensalter und sonstige bekannte Erkrankungen zu den innerhalb der Studie benötigten Werten passen. Fragen Sie Ihren Arzt oder den angegebenen Studienarzt, ob in Ihrem speziellen Fall eine Teilnahme an einer anstehenden oder laufenden Studie möglich ist. Von Ihrem Arzt müssen Sie auch umfassend aufgeklärt werden. Sollten alle Anforderungen erfüllt sein, entscheidet natürlich immer die Patientin, ob sie an der angebotenen Studie tatsächlich teilnehmen will.

Das Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft legt ausdrücklich fest, dass Patienten, die nicht an einer Studie teilnehmen, qualitativ ebenso gut behandelt werden wie Studienteilnehmer.

Die Rechte sind vom Bundesministerium für Gesundheit im „Leitfaden Patientenrecht in Deutschland“ zusammengefasst. Diesen finden Sie im Internet unter www.bmj.de

 

Einige erste wichtige Angaben: Sie haben das Recht auf Information, Schutz der Privatsphäre, freie Arztwahl und Selbstbestimmung. Darüber hinaus auf Einsichtnahme in Ihre Unterlagen, auf eine Zweitmeinung und auf eine lückenlose Versorgung.