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Es ändert sich alles!

Pink Ribbon Deutschland macht aufmerksam. Wir versuchen mit unserer Arbeit in erster Linie gesunde Menschen zu erreichen und weitergehend das Umfeld von Betroffenen. > Der gesunde Mensch kann mit Selbstvorsorge und Früherkennungsuntersuchungen viel tun, denn im Falle der Erkrankung können durch Früherkennung die Heilungschancen enorm steigen. > Das Umfeld soll verstehen, was so alles kommen kann und worauf man versuchen sollte, sich einzustellen.

Wir betrachten an dieser Stelle nicht die medizinische Seite, sondern Bereiche, die häufig vollkommen übersehen oder unterschätzt werden - die Änderung des bisher reibungslos funktionierenden Tagesablauf auf der Ebene Familie und Freunde. Und wir betrachten an dieser Stelle überwiegend die Situation, wenn die Frau an Brustkrebs erkrankt. Doch auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt mit einigen hundert Fällen pro Jahr jedoch weit unter den Neuerkrankungen von Frauen. Die nachfolgenden Hinweise und Informationen sind allerdings in beiden Fällen gleichbedeutend. Für „Brustkrebs bei Männern“ haben wir in unserer Linkliste weitere Informationen, die sich speziell an Männer richten.

Die nachfolgende Zusammenfassung ist aus unzähligen Gesprächen und Briefen entstanden, die wir von Betroffenen und Angehörigen erhalten. Diese Menschen möchten mit ihren Hinweisen und Erzählungen dazu beitragen, anderen durch eigene Erlebnisse eine erweiterte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Die Themen in der Übersicht

Die Themen

Wird Brustkrebs festgestellt, bedeutet dies für die betroffene Frau, dass sie sich meist sehr schnell in einem gut funktionierenden Behandlungsablauf wiederfindet. Hierzu gehören Untersuchungen im Vorfeld, während der Behandlung und in der Rehaphase. Eventuell Krankenhausaufenthalte, natürlich die Behandlungsphase mit eventueller Chemotherapie und Bestrahlung sowie Rehaaufenthalte.

Die Betroffene fällt auf nahezu allen Gebieten des bisher gewohnten Lebens, privat wie beruflich, zeitweise bis umfassend aus. Diese Phase ist nicht auf einen eng eingegrenzten Zeitraum festzulegen, sondern betrifft den kompletten Zeitraum, von der Diagnose bis zur möglichen Genesung.

Besonders die eigene Familie, aber auch Eltern und Großeltern sowie Freunde, erleben eine teils erhebliche Veränderung der betroffenen Frau. Im Kollegenkreis am Arbeitsplatz bleiben Veränderungen ebenfalls nicht unbemerkt.

Meist entsteht das Bedürfnis, zu helfen. Doch Hilfe, die ein gesunder Mensch aus seiner gesunden Sicht anbieten kann, ist nicht immer das, was eine betroffene Frau auch benötigt. Wir versuchen mit nachfolgenden Hinweisen zu beleuchten, was im Umfeld passiert. Vor allen Dingen ist eines ganz besonders wichtig: Verständnis und immer wieder Verständnis.

Die betroffene Frau möchte leben und wieder gesund werden. Auf diesem Weg gibt es viele Hürden, die teils zu enormen Stimmungsschwankungen führen können. Das Umfeld von Betroffenen muss verstehen, dass die Lebensfreude und Lebenslust des einen Tages schon am nächsten einer Niedergeschlagenheit und tiefen Bedrückung weichen kann. Die betroffene Frau hat keinerlei Einfluss auf diese Schwankungen und leidet häufig selbst sehr darunter - vor allem, wenn sie merkt, dass sie ihrem Umfeld unrecht tut, es aber nicht ändern kann. Da wird sehr schnell einmal dem Partner oder der besten Freundin über den Mund gefahren und das durchaus ungewöhnlich direkt und durchaus auch mehrfach.

Machen Sie sich bewusst, was in der betroffenen Person vor sich geht. Ein Mensch kämpft um sein Leben. Sätze wie: „Gemeinsam schaffen wir das“ können auch ganz anders auf die betroffene Frau wirken, als es von ihrem Partner, der dies sagt, gemeint ist. Natürlich meint der Partner, der dies sagt, es ehrlich und voller Überzeugung.

Doch die betroffene Person weiß: Krank bin ich allein, niemand schafft meine Krankheit für mich. Das soll nicht heißen, dass das Umfeld von Betroffenen nicht etwa Stütze, Hilfe und Ratgeber sein darf bzw. soll. Es müssen jedoch gewohnte Formulierungen gut überdacht und überprüft werden: Wird das, was ich sagen möchte, in dieser Lebenssituation auch so verstanden? Aus Sicht einer betroffenen Frau werden Floskeln schnell zu Keulenhieben.

Denken Sie jedoch auch an sich selbst. Auch Sie müssen Kraft tanken für diese neue Lebenssituation, damit Sie eine Stütze bleiben können. Vielen Angehörigen hilft hierbei Bewegung und Sport in der Natur. Schaffen Sie sich in jedem Fall einen Ausgleich.

Wir können hier nicht alle Situationen aufführen, versuchen aber mit einigen Beispielen Ihre Überlegungen auf mögliche, individuelle Probleme zu lenken. Auf dieser Grundlage können Sie mit Beratungsstellen (sehen Sie dazu bitte unsere Linkliste) gezielte Gespräche führen, um Ihre Situation zu beschreiben und die richtige Unterstützung zu erhalten - auch mit Freunden und den Eltern oder Großeltern.

Sind Kinder im Haushalt, stehen direkt ganz pragmatische, organisatorische Fragen im Raum:

  • Kommen die Kinder schon selbst in Schule oder Kindergarten und wieder zurück? Hat sich hierum bisher die Frau gekümmert und wenn ja, wie funktioniert das in der kommenden Zeit?
  • Wer kann die Versorgung mit Mahlzeiten übernehmen? Das fängt schon beim Frühstück bzw. Schulbrot an und geht über das Mittagessen bis hin zum Abendessen. Geben Sie Ihren Kindern wo immer möglich Aufgaben, ohne damit zu transportieren, dass sie damit allein gestellt sind.
  • Werden Kurse (Sportverein, Musik, usw.) außerhalb der Schulzeiten besucht? Wie ist das bisher organisiert? Versuchen Sie, wo immer möglich, diese Aktivitäten aufrechtzuerhalten.
  • Wer hilft bei den Hausaufgaben?
  • Gibt es ein Kleinkind in der Familie? Was bedeutet dies? Gibt es Familienangehörige, die helfen können?
  • Wer organisiert den Haushalt? Einkäufe von Lebensmitteln, Getränken und ggf. Kleidung?
  • Wer macht die Wäsche? Wann wird was benötigt, ggf. auch für den Partner?

Das Kind sollte immer aufmerksam betrachtet werden. Vermeiden Sie (bspw. als Vater) durch Ihre eigenen Probleme die der Kinder zu übersehen. Ändert sich das Verhalten, Aktivitäten, Freude? Versuchen Sie bei Veränderungen nicht unbedingt alleine damit klarzukommen. Der Zugang zu Kindern ist nicht leicht. Holen Sie sich fachkompetente Unterstützung von außen. Jugendliche machen ersteinmal vieles mit sich selbst aus. Weisen Sie Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren auf die Webseite: www.pink-kids.de hin.

Beachten Sie, dass Kinder, die nicht über die Situation reden, oftmals sehr dramatische Kämpfe in sich austragen. Suchen Sie hierfür immer Hilfe von Beratungsstellen, die sich darauf spezialisiert haben.

Kinder können jedoch auch enorme Kräfte entwickeln und sich mit der Krankheit und der Hilfe für die Mutter intensiv auseinandersetzen. Versuchen Sie, dies nicht zu unterbinden. Lehnen Sie Gespräche nicht einfach deshalb ab, weil Sie selbst vielleicht kaum darüber sprechen können. Scheuen Sie sich nicht, in eine Beratung oder Behandlung für sich und die Kinder zu gehen.

Wenn Kinder Aufgaben übernehmen möchten, mit denen sie bisher noch nichts zu tun hatten, dann glauben Sie daran und geben Sie den Kindern das Vertrauen, die Aufgabe auch zu bewältigen. Versuchen Sie nicht, Kinder von selbstgewählten Zielen abzubringen.

Wenn der Lebenspartner Hauptverdiener ist und somit stark ins Berufsleben eingebunden ist, stellen sich folgende erste Fragen:

  • Kann eine kurzzeitige Auszeit genommen werden? Häufig möchten die Partner ihre Frau zu Arztbesuchen oder Untersuchungen begleiten. Dies kann sich während Chemo- und Bestrahlungstherapie durchaus über einen Zeitraum von mehreren Wochen und Monaten hinziehen.
  • Ist der Arbeitsplatz ortsansässig oder ggf. mit vielen Reisen verbunden? Ist der Arbeitgeber bereit, Sie zu unterstützen? Wer könnte Aufgaben bei Abwesenheit übernehmen? Besteht eine gemeinsame Unternehmung, bspw. Landwirtschaft, in der der Partner eine wichtige berufliche Aufgabe hat? Kann hier aus dem Umfeld (Familie, Freunde) Hilfe organisiert werden? 
  • Alltägliche Aufgaben müssen organisiert werden. Ganz banale Dinge wie die Eigenversorgung, aber auch die Beschaffung von Hilfsmitteln für den betroffenen Partner, die Klärung von Versicherungsfragen und ggf. Beantragung von Unterstützung inkl. Behördengängen, Postbearbeitung, etc.
  • Hat die betroffene Frau bisher entscheidend zum gemeinsamen Lebensunterhalt beigetragen? Das ist bei langfristigen Investitionen wie Wohnungs- oder Hauskauf ein wichtiger Aspekt. Was passiert, wenn sie über den Zeitraum der Absicherung der Krankenkasse hinaus (in der Regel sechs Wochen) ausfällt? Wie geht es dann weiter? Wo gibt es Unterstützungsleistungen und wie müssen diese beantragt werden?
  • Gibt es einen Pflegefall in der Familie, der bisher durch die Frau versorgt und betreut worden ist? Wie kann diese Aufgabe aufgefangen werden?
  • Gibt es Menschen, die in jedem Fall über die Lebenssituation unterrichtet werden müssen?

Die Hilfemöglichkeiten sind meist sehr begrenzt. Nicht selten ziehen sich Familien, in denen eine Brustkrebserkrankung auftritt, aus ihrem Umfeld zurück. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Versuchen Sie, mit dem Lebenspartner und den Kindern der Betroffenen in Kontakt zu bleiben, ohne aufdringlich zu sein. Erkennen Sie Situationen, die auf der Strecke bleiben und prüfen Sie, ob diese wichtig genug sind, dass Sie hier unkompliziert einspringen.

  • Gibt es bspw. ein Ehrenamt der Betroffenen, welches Sie ggf. weiterführen können?
  • Hat sich die Betroffene um andere Kinder oder hilfsbedürftige Menschen gekümmert?
  • Gibt es Tiere zu versorgen (bspw. einen Hund, der regelmäßig Auslauf braucht)?
  • Gibt es einen Garten zu pflegen?

Hören Sie genau hin, wenn die betroffene Person über sich spricht, was sie erlebt, was sie beschäftigt. Auch wenn es noch so banal ist, geben Sie am besten keine vorschnellen Tipps. Informieren Sie sich, was andere Betroffene in dieser Situation gemacht haben. Vielleicht finden Sie Anregungen oder Ideen, die Ihrer Freundin eine Lösung für ihre Sorgen und Zweifel bieten. Geben Sie ihr die Gelegenheit, sich hierzu selbst ein Bild zu machen, indem Sie ihr einen neutralen Hinweis weitergeben, sodass sie sich in Ruhe damit beschäftigen und die Informationen wirken lassen kann. Wenn es Gesprächsbedarf gibt, dann sollten Sie jedoch zur Verfügung stehen.

Gerade dem Freundeskreis kommt eine große Bedeutung zu. Dieser ist meistens kaum in die Prozesse eingebunden und sieht nur ab und zu in die dann bestehende aktuelle Situation. Sie müssen verstehen, dass die zwischenmenschliche Beziehung sehr wichtig ist, auch wenn Sie dies kaum oder gar nicht erfahren. Oft müssen Sie es einfach aushalten: Vielleicht werden Sie weggestoßen, die Betroffene meldet sich einfach nicht, obwohl Sie doch so oft gesagt haben, dass Sie für sie da sind. Meistens hat dies nichts mit Ablehnung zu tun. Es wird einfach alles zuviel und gerade von den Freunden erwartet man Verständnis - man kennt sich doch so lange und weiß, wie der andere tickt.

Regelmäßige Treffen werden zum Problem. Sie werden vielleicht feststellen, dass die betroffene Person zusagt und dann doch nicht mitkommt. Hier fehlt nur selten die Lust, sondern schlicht die Kraft. Stehen Sie es gemeinsam durch. Es wäre verkehrt, zu jedem Termin erneut einzuladen oder ständig darauf hinzuweisen, ohne dies vorher einmal grundlegend besprochen zu haben - denn das setzt Ihre Freundin ggf. unter Druck oder baut eine zu große Erwartungshaltung auf - obwohl es doch gut gemeint ist.

Hier haben wir häufig erfahren, dass eine Klärung im Vorfeld, schon ganz zu Beginn der Behandlung, hilfreich sein kann. So könnte gemeinsam besprochen werden: „Du, ich werde dich wie bisher immer zu allen Terminen ansprechen und fragen, ob du dabei sein willst - und nur dann machen wir das gemeinsam. Wenn du fünf oder zehn Mal absagst, macht das gar nichts, dann klappt es eben beim elften Mal. Und hast du dich mal entschlossen und stellst dann fest, dass es ein Fehler war, dann gehen wir eben wieder.“

Warum ist das so wichtig? Die Phasen der Ablehnung werden teils sehr intensiv und durchaus länger sein. Fühlt sich die betroffene Person dann irgendwann besser, passiert es nicht selten, dass sie sich nicht mehr traut. „Da braucht / will mich doch jetzt eh keiner mehr...“. Als guter Freund sind Sie darauf vorbereitet und stehen diese Zeit gemeinsam durch. 

Ihre Freundin wird durch die Behandlung neue Menschen kennenlernen. Das können durchaus Menschen sein, die Sie bisher im eigenen Umfeld noch nie wahrgenommen haben. Halten Sie sich offen, wenn sie eine Einladung bekommen, gehen sie voll Freude mit. Nutzen Sie die große Chance, auf „anderes“ Leben zu blicken und festzustellen, wie facettenreich und spannend das Leben aus einem neuen Blickwickel werden kann. Bei betroffenen Frauen verlagern sich manchmal die gewohnten Werteeinstellungen. Berufliche Anerkennung, Aussehen, Finanzkraft, Statussymbole verlieren an Bedeutung und machen den Blick auf den eigentlichen Menschen frei. Lassen Sie sich darauf ein und erlauben auch Sie sich vorurteilsfrei diesen neuen Blick. Bei aller Dramatik der Erkrankung bietet sich hierin eine Chance, auf das eigene Leben zu blicken, die Sie sonst nur selten erhalten werden.

Hierzu eine ehemals Betroffene: "Materielle Dinge waren nicht wichtig für mich. Ich habe mich gefreut, wenn die Sonne schien oder die Blumen geblüht haben – Kleinigkeiten haben mich glücklich gemacht."

Machen Sie nicht den Fehler, alles besser zu wissen. "Das darfst du doch nicht, das solltest du doch besser sein lassen." Manchmal macht eine betroffene Person aus unserer Sicht etwas vollkommen Absurdes, tut Dinge, die sie vor der Erkrankung nie gemacht hätte. Diese Phasen kommen und gehen, greifen Sie nicht ein - das heißt auch, bestärken Sie nicht. Sie müssen verstehen, dass Ihr Gegenüber zwar krank, aber in keinem Fall von heute auf morgen dümmer geworden ist. Die Ihnen vertraute, selbstständige Persönlichkeit ist noch immer vorhanden. Stellen Sie sich ab und an die Frage: "Hat sie nicht recht? Wollte ich das nicht selbst auch schon immer mal versuchen?" Häufig greifen wir doch nur ein, weil wir auf etwas blicken, das uns selbst bewegt und wir es nicht wagen.

Wenn Sie in der Vergangenheit gemeinsam viel und intensiv Sport in der Natur gemacht haben, dann versuchen Sie, diesen Kontakt zur Natur aufrechtzuerhalten. Intensiver Sport geht erstmal nicht - oft reichen kleinste Strecken, um einen Erschöpfungszustand zu erreichen, der sonst erst nach stundenlanger Beschäftigung eingetreten wäre. Vielleicht nutzen Sie mit der betroffenen Person die neue Situation, indem Sie sich ein Pflanzenbuch besorgen und auf Entdeckung gehen. Werden Sie kreativ und finden Sie gemeinsame Alternativen.

Moderate körperliche Aktivität kann schon während der Therapie und vor allem nach Abschluss der Behandlung die Prognose einer Krebserkrankung deutlich verbessern. Darüber hinaus werden therapie- und krankheitsbedingte Nebenwirkungen durch regelmäßige Bewegung positiv beeinflusst. Ihre Freundin soll in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, um zu erfahren, welche Form der Bewegung für Sie infrage kommt. Hier erhält sie Informationen zu verschiedenen Sportarten und Entspannungstechniken sowie Erfahrungsberichte. Einfache und effektive Übungen helfen dabei, den Körper aktiv und schonend zu stärken. Vor allem Radfahren hat sich als sehr positiv herausgestellt.

Bitte beachten Sie: Die betroffene Person möchte so viel wie möglich selbst machen, auch um vielleicht selbst feststellen zu können, dass es nicht geht. Es hilft gar nichts, wenn Sie als Außenstehender das schon vorher wussten. Selbst aktiv sein zu können, kann enorm helfen, gesund zu werden. Nehmen Sie der betroffenen Person nicht zu viel ab. Schauen Sie aber genau hin und seien Sie ohne Aufforderung zur Stelle, wenn es nötig wird.

Wir empfehlen Ihnen sehr, auch die Inhalte aus dem Bereich Freunde zu lesen. Es hilft Ihnen vielleicht, bei all der eventuell zusätzlich anfallenden Arbeit, den Menschen nicht zu vergessen.

Sie werden damit leben müssen, dass Ihre Kollegin häufiger völlig unerwartet ausfällt und oft länger abwesend ist als geplant. Das wirft in einem Team vieles durcheinander und bedeutet nicht selten deutlich mehr Arbeit für Sie als Kollegen. Sie können als Kollege nicht viel tun. Doch allein das Gefühl zu vermitteln, dass Ihre Kollegin jederzeit wieder willkommen ist, ist ein großer Wert.

Stellen Sie sich darauf ein, immer wieder in die Situation zu kommen, dass Sie glauben, nun geht es bergauf - und dann ist es doch nicht so. Wir können aus unseren Erfahrungen nur betonen: Die betroffene Person möchte in der Regel arbeiten und ein Teil der Gesellschaft sein, aber das ist aufgrund der Erkrankung leider nicht immer so möglich wie erwünscht. Versuchen Sie mit Ihren anderen Kollegen und den Vorgesetzten ein Netz aufzubauen, welches tragen und die liegengebliebenen Aufgaben übernehmen kann. Wenn Ihnen dies gelingt, werden Sie nach vollständiger Genesung der erkrankten Kollegin eine wunderbare Erfahrung gemacht haben: Sie werden spüren, was es bedeutet, nicht nur über Probleme, die man gemeinsam zu lösen hat, zu sprechen, sondern sie wirklich gemeinsam durchzustehen.

Krebsinformationsdienst (KID)

Der Krebsinformationsdienst (KID) bietet Ihnen zu vielen der oben beschriebenen Punkte die Möglichkeit, nach ambulant psychotherapeutisch arbeitenden Psychoonkologen in Ihrer Nähe zu suchen. Mehr Informationen unter www.krebsinformationsdienst.de

Viele der oben beschriebenen Situationen hören nicht einfach mit der Gesundung auf. Wir erfahren von einem sehr großen Teil der Frauen, die diese Krankheit überwunden haben, dass sie ihr Leben in irgendeiner Weise ändern. Wir hören oftmals: "Ich habe mir mein Leben zurückerobert und in dem ganzen Prozess viele neue Erkenntnisse über mich dazugewonnen, ich verstehe mein Leben nun anders als vorher, ich möchte es anders gestalten."

Verstehen Sie, dass dies nicht bedeutet, dass das Leben vor der Krankheit nun als grundsätzlich falsch oder gar schlecht beurteilt wird. Es geht vielmehr darum, dass ein Mensch die Chance bekommen hat, nochmals neu hinzusehen. Nutzen Sie gemeinsam diese Chance, sehen Sie gemeinsam neu hin und ergreifen Sie gemeinsam dieses Leben auf eine andere Weise. Nichts in unserem Leben passiert ohne Gegenüber.

In unserer Linkliste finden Sie viele Beratungsstellen und Ansprechpartner.

Erste wichtige Hilfe und Unterstützung bietet Ihnen immer die Deutsche Krebshilfe e.V.

Die Erkrankung an Brustkrebs setzt einen Prozess des Werdens in Gang. Wenn es allen Beteiligten, Betroffenen wie dem Umfeld, gelingt, dies zu erkennen, besteht die große Chance, auf allen Seiten viel zu lernen, zu erfahren und mitzunehmen. Für das eigene, individuelle Leben.