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Aktuelle Informationen Brustkrebs

Durch Vorsorge und Früherkennung kann der Krankheitsverlauf sehr positiv beeinflusst werden. Machen Sie mit!

Die primären Ziele der Früherkennung sind:

  • durch Vorsorge und Früherkennung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen
  • erfolgreich behandeln
  • bestmögliche Lebensqualität sichern
  • die Sterblichkeitsrate senken

Diagnose Brustkrebs

Grundsätzlich gilt: Früherkennung hilft dabei, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. 

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet einen massiven Eingriff in eine bis dahin wie selbstverständlich funktionierende Lebenssituation. Das betrifft nicht ausschließlich die Betroffene selbst, sondern in erheblichem Maße auch die Familie, Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen.

Die nachfolgenden Themen in der Übersicht:

  • steht aufgrund der fehlenden Betreuung durch Ärzte häufig vollkommen hilflos und überfordert vor der neuen Lebenssituation.
  • stellt häufig fest, dass man helfen will wo immer es geht, diese Hilfe bei der Betroffenen jedoch nicht richtig ankommt oder nicht wahrgenommen wird.
  • befindet sich in der schwierigen Lage, dass die Gedankenwelt der Betroffenen dem Umfeld meist verschlossen bleibt.
  • kann den Wunsch der Betroffenen, das Leben neu zu ergreifen und bewusst neue Wege zu gehen, oft nicht nachvollziehen oder beurteilt Entscheidungen vor einem falschen Hintergrund. Dadurch verändert sich häufig die bisher vertraute Gesprächsgrundlage, die Verunsicherung wächst.
  • wird mit einer vollkommen neuen und anfangs beängstigenden Situation konfrontiert.
  • benötigt fachlich hochqualifizierte und vertrauensvolle Ansprechpartner.
  • braucht Hilfe im Umgang mit nahestehenden Menschen und Unterstützung bei der Organisation des direkten Lebensumfeldes, wie beispielsweise bei der Kinderbetreuung oder bei den pflegebedürftigen Eltern, die bisher versorgt wurden.
  • sucht nach Orientierung, da sich das Bewusstsein für das Leben grundsätzlich ändert.
  • ist offen für Möglichkeiten, die das Leben über die bisher bekannte Struktur hinaus noch bietet.

Ziel der Kampagne ist es, ein bestehendes Vakuum mit Wissen zu füllen.

  • Bei den betroffenen Frauen: ganz am Anfang, damit sinnvolle und weiterführende Kontakte schnellstmöglich zu einer vertrauensvollen und umfassenden Versorgung führen. Nur durch fachlich kompetente Berater und Ärzte kann eine optimale Betreuung erfolgen.
  • Bei den Menschen im Umfeld: durch Einblicke in die Gedankenwelt von betroffenen Frauen. Durch Informationen, wie das Leben bewusster wahrgenommen werden kann. 
  • Bei Betroffenen und Angehörigen: in der Phase der Genesung, damit der Alltag der Vergangenheit nicht der der Zukunft bleibt. Gerade in dieser Phase kann das Leben mit all seiner Schönheit und seinen Möglichkeiten neu gestaltet werden.

Das Kampagnenziel ist auf eine breite Kommunikation mit der Bevölkerung ausgelegt und soll dazu beitragen die Aufmerksamkeit für Brustkrebs in möglichst viele Lebensbereiche hineinzutragen. Es geht um den achtsamen Umgang mit dem Leben, fachliche Informationen für Betroffene müssen in fachlich fundierte Hände gegeben werden. Hierzu hält die Kampagne auf dieser Webseite eine umfangreiche Linkliste bereit. Über die dort aufgeführten Adressen können Betroffene und Angehörige, die mehr Fachwissen benötigen, schnellen Zugang zu regionalen und überregionalen Beratungsstellen, Organisationen und Ärzten aufbauen.

  • Brustkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen.
  • Weltweit werden jährlich mehr als eine Million neue Brustkrebs Erkrankungen pro Jahr diagnostiziert.
  • Eine von 8 Frauen wird in ihrem Leben mit einer Brustkrebserkrankung konfrontiert.
  • Brustkrebs ist die häufigste Krebsart und die häufigste Krebstodesursache bei Frauen.
  • 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland, inkl. in situ-Tumoren (RKI 2015)
  • 17.700 Todesfälle pro Jahr in Deutschland (RKI 2015)
  • Doch was viele nicht wissen: Die Überlebensrate beträgt 79 Prozent, bezogen auf 5 Jahre.

Wie überall im Leben gibt es Vor- und Nachteile, die wir Ihnen darlegen möchten:

Klare Vorteile sind die besseren Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen bei Früherkennung im Gegensatz zu fortgeschrittenen Krankheitsbildern. Die zu ergreifenden Behandlungsmethoden können die Lebensqualität während der Behandlung steigern und insgesamt sterben weniger Betroffene.

Zu den Nachteilen muss gesagt werden, dass Untersuchungen durchaus falsche Ergebnisse liefern können und somit ein Verdachtsmoment entstehen kann, obwohl die Betroffene nicht erkrankt ist. Die psychischen Belastungen bis zu einer abklärenden, zweiten Untersuchung sind sehr hoch.

Es gibt keine pauschale Richtlinie. Wie der Einzelne mit Untersuchungen zur Früherkennung umgeht, liegt ausschließlich in der persönlichen Bewertung.

Auffällig ist, dass circa 80 Prozent der Mammakarzinome entdeckt werden, weil die Frauen selbst Veränderungen ihrer Brust feststellen. Je besser Sie Ihre Brust kennen, mit ihr vertraut sind, umso besser bemerken Sie, wenn sich etwas verändert. Eine Veränderung an sich bedeutet noch nichts, aber Sie haben so die Möglichkeit, frühzeitig Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

Bestätigt wird außerdem zunehmend, dass sich Schwangerschaften und längeres Stillen positiv auswirken.

Das Kennenlernen und die Wahrnehmung der eigenen Brust ist die beste Form der Früherkennung von Brustkrebs. Während einer Vorsorgeuntersuchung kann der Gynäkologe Anleitungen zum richtigen Abtasten mit nach Hause geben. Nicht jede Veränderung bedeutet jedoch Brustkrebs; auch Zysten können die Ursache für eine Veränderung sein. Trotzdem sollte jeder tastbare Knoten vom Arzt abgeklärt werden.

Auf folgende Veränderungen sollten Sie achten:

  • Schmerzen an einer Stelle der Brust
  • Knötchen in der Achselhöhle oder der Brust
  • wenn die Haut wie Orangenhaut aussieht oder anschwillt
  • Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
  • Veränderungen der Brustwarze
  • Einziehen der Brustwarze
  • die Größe der Brust verändert sich
  • eine Brust verformt sich beim Heben der Arme anders als die andere
  • Hautrötungen (teils aussehend wie Schorf), die nicht abklingen

Wichtig: Trotz dieser Merkmale bleibt festzustellen, dass die meisten Erkrankungen der Brust gutartig sind, aber einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Zeitpunkt einer Selbstabtastung 

Zum Ende der Regelblutung. Zu diesem Zeitpunkt ist das Brustgewebe weicher und weniger druckempfindlich. Nach den Wechseljahren ist der Zeitpunkt beliebig, da sich das Gewebe nicht mehr so stark verändert. Wenn Sie Hormone einnehmen, kann das Gewebe dichter werden und somit eine Beurteilung erschweren. Wichtig ist Regelmäßigkeit - mindestens einmal im Monat erlaubt eine gesteigerte Wahrnehmung schon nach kurzer Zeit.

  • Selbstabtastung nach Vorlage
  • ärztliche Tastuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Mammographie
  • Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)

Nach wie vor gilt, dass jede der beschriebenen Maßnahmen für sich allein keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Außerhalb des Screenprogramms (Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren) ist die Mammographie ohne Verdachtsmoment nicht zulässig. Die MRT-Untersuchung wird aktuell nur Frauen zur Früherkennung angeraten, bei denen familiäre Vorbelastungen bestehen.

Informieren Sie sich intensiv über die Vor- und Nachteile der oben beschriebenen Untersuchungsmethoden, um persönlich abwägen zu können, ob mögliche Belastungen im Verhältnis zum individuellen Nutzen stehen.

Mit keiner Untersuchungsmethode kann erkannt werden, ob eine Veränderung letztlich gut- oder bösartig ist. Hierzu bedarf es immer einer Gewebeentnahme (Biopsie).

Wenn mehrere Personen in der Familie Brustkrebs haben oder die Erkrankung in einem jungen Alter auftritt, fängt man an sich zu fragen, ob es evtl. erblich bedingt sein könnte.

Bis zu 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen sind familiär vorbelastet. Davon haben ein Viertel das veränderte Gen BRCA1 oder BRCA2. Für Mutationsträgerinnen erhöht sich das lebenslange Risiko an Brustkrebs zu erkranken auf rund 60 Prozent und das Risiko für Eierstockkrebs auf 20 bis 60 Prozent.

Es gibt Kriterien, die auf eine genetische Veranlagung hindeuten. Dazu gehören ein junges Erkrankungsalter und mehrere Personen, die in der gleichen Familienlinie erkrankt sind. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein. Männer erkranken deutlich seltener, können die Mutation jedoch ebenso wie Frauen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weitervererben. Eine genaue Klärung bei Verdacht kann durch einen Gentest erfolgen. Dieser wird auf Basis einer Blutprobe durchgeführt. Das Ergebnis des Gentests kann bestätigen oder beruhigen. Wer nachweislich eine Mutation trägt, steht vor einigen Entscheidungen: Ist die engmaschige Brustkrebs-Früherkennung passend bis hin zu der Frage, ob die gesunde Brustdrüse oder die Eierstöcke vorbeugend entfernt werden sollen. Wer hingegen aus einer Familie mit einer bekannten Mutation kommt, kann durch den Test auch entlastet werden, wenn die Mutation nicht nachgewiesen werden kann.

Der Gentest ebenso wie eine ausführliche Beratung zur Früherkennung und Behandlung werden über besonders spezialisierte Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs angeboten. Die Kosten übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

Weiterführende Informationen zu diesem Spezialthema finden Sie über unsere Linkliste bei:

www.krebsinformationsdienst.de
www.brca-netzwerk.de

Erklärungen:

  • die weibliche Brust (lateinisch: mamma)
  • im Wort „Biopsie“ stecken die griechischen Begriffe bíos (Leben) und ópsis (Sehen)
  • BRCA1 und BRCA2. BRCA steht dabei für „breast cancer“, das englische Wort für Brustkrebs.

Lassen Sie sich in jedem Fall ein paar Tage Zeit. Sprechen Sie mit Angehörigen und vertrauten Menschen ihres sozialen Umfelds. Informieren Sie sich bei Ärzten und Selbsthilfegruppen über die Erkrankung und deren Behandlungsmethoden.

> Holen Sie in jedem Fall eine zweite ärztliche Meinung ein.

Das gilt gleichermaßen für Betroffene wie auch für deren Angehörige.

Die Diagnose steht fest und nun liegen viele wichtige Entscheidungen vor Ihnen. Brustkrebs ist jedoch meistens kein medizinischer Notfall. Nehmen Sie sich also die Zeit und informieren Sie sich über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Arzt wird Sie bei den folgenden Schritten begleiten. Erwägen Sie die weitere Behandlung in einem Brustzentrum. Prüfen Sie ob aktuelle Studien und eine Teilnahme an diesen für Sie in Betracht kommt. Sehen Sie hierzu in unserer Linkliste und sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber.

Direkte Hilfe bietet der Krebsinformationsdienst, die Deutsche Krebshilfe e. V. und die regionalen Brustzentren in Ihrer Nähe. Sehen Sie hierzu auch in unserer Linkliste nach oder fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach den regionalen Adressen.

Was man noch wissen sollte:

Brustkrebs gehört inzwischen zu den am bestuntersuchten Krebserkrankungen. Die Brustzentren (siehe Linkliste) zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus. Sie bieten optimale Brustkrebsversorgung von der Diagnostik bis zur Nachsorge. Die Heilungsprognose bei Brustkrebs hat sich durch eine Vielzahl an frühzeitigen Diagnosemethoden und verfügbaren Therapien erheblich verbessert.

Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit Behandlungsmethoden und neuen Arzneimitteln beschäftigen, die aber noch nicht öffentlich zugänglich sind. Ziel ist hierbei, die Behandlung von Krankheiten immer auf dem bestmöglichen und neuesten Stand zu halten. Es gibt grundsätzlich zwei Studienrichtungen:
Interventionelle Studien (auch klinische Studien) und nicht-interventionelle Studien (NIS).
Bei den interventionellen Studien werden ausgewählten Patientinnen Arzneimittel in einer genau bestimmten Dosierung oder Kombination zur Verfügung gestellt. Diese neue Art der Behandlung wird dann mit bestehenden Behandlungen abgeglichen. Hierbei wird ein exakt festgelegter Prüfplan abgearbeitet. Der Vorteil für Patienten liegt in einer engmaschigen und sehr umfangreichen Untersuchung und Betreuung. Gleichzeitig erhalten die Patientinnen Zugang zu Therapien, die dem allerneuesten Stand entsprechen.
Bei nicht-interventionellen Studien kommen Medikamente zum Einsatz, die bereits erprobt und auf dem Markt verfügbar sind. Bei diesen Studien sollen Ergebnisse schon abgeschlossener klinischer Studien bestätigt werden. Somit soll diese neue Therapierichtung dann in alle Behandlungen einfließen.

Gerade auch für Brustkrebspatientinnen besteht die Möglichkeit an Studien teilzunehmen. Welche und ob Studien angeboten werden können Sie z. B. über zwei Links in unserer Linkliste erfahren.

www.studien.de
www.viomedo.de

Und natürlich ist hierfür der behandelnde Arzt der erste Ansprechpartner für Sie. Denn nur er kann prüfen, ob die Art des Tumors, das Lebensalter und sonstige bekannte Erkrankungen zu den innerhalb der Studie benötigten Werten passen. Fragen Sie Ihren Arzt oder den angegebenen Studienarzt, ob in Ihrem speziellen Fall eine Teilnahme an einer anstehenden oder laufenden Studie möglich ist. Von Ihrem Arzt müssen Sie auch umfassend aufgeklärt werden. Sollten alle Anforderungen erfüllt sein, entscheidet natürlich immer der Patient, ob er an der angebotenen Studie tatsächlich teilnehmen will.

Auch Brustkrebspatientinnen können an Studien teilnehmen. Ob und welche Studien Patientinnen angeboten werden können, entscheidet der behandelnde Arzt. Hierbei spielen Faktoren wie die Art des Tumors, begleitende Erkrankungen und das Alter eine Rolle. Wenn alle Voraussetzungen für eine bestimmte Studie erfüllt sind, entscheidet letztlich die Patientin, ob sie an der angebotenen Studie teilnehmen möchte.

Das Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft legt ausdrücklich fest, dass Patienten, die nicht an einer Studie teilnehmen, qualitativ ebenso gut behandelt werden wie Studienteilnehmer.

Brustkrebs ist zwar die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, aber nicht die häufigste Todesursache. Diese liegt eindeutig bei Herz-Kreislauferkrankungen mit Todesfolge.

Noch nie war die Lebenserwartung bei Frauen so hoch wie heute. Aktuell liegt diese bei durchschnittlich 84 Jahren.

Die Rechte sind vom Bundesministerium für Gesundheit im „Leitfaden Patientenrecht in Deutschland“ zusammengefasst. Diesen finden Sie im Internet unter www.bmj.de

Einige erste wichtige Angaben: Sie haben das Recht auf Information, Schutz der Privatsphäre, freie Arztwahl und Selbstbestimmung. Darüber hinaus auf Einsichtnahme in Ihre Unterlagen, auf eine Zweitmeinung und auf eine lückenlose Versorgung.