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Lebensmut und Achtsamkeit

In dieser Rubrik möchten wir Anregungen geben, die Mut machen, und dazu auffordern, das Leben mit seinen unzähligen schönen Augenblicken so gut es geht wahrzunehmen. Die meisten Beiträge stammen von Betroffenen. Die Tipps sind jedoch für jeden gedacht - denn dem Leben auf den Grund zu gehen, das tut allen Menschen gut.

Verantwortlich für das Projekt Mutmacher ist Silke Kress.
Silke wurde 2001 und nochmals im Jahr 2011 mit der Krankheit Brustkrebs konfrontiert. Die zweite Erkrankung hat sie als Chance gesehen, den kompletten Verlauf bis zur Genesung fotografisch festzuhalten und mit den daraus entstandenen Bildern einen Bildband zu schaffen. Inzwischen gibt es außerdem eine Wanderausstellung mit einer Auswahl von Bildern, die an verschiedenen Orten und schon in mehreren Unternehmen gezeigt wurde.

Silke beschreibt sich selbst als vielfältig und kreativ. Sie liebt das Leben und hat großen Respekt vor dem Krebs. Ihr Wunsch war es, auf das Thema Brustkrebs aufmerksam zu machen, Frauen zu sensibiliseren und ihnen Kraft zu geben. Daraus ist das Projekt 'Mutmacher' entstanden, welches sie nun für Pink Ribbon Deutschland verantwortet und weiterentwickelt.

Foto: Silke Kress
Foto: Karolina Parot

Sandra Hornung

Diagnose Brustkrebs. Ist das das Ende oder ein Neuanfang?

Mein Name ist Sandra. Ich bekam am 15. Juni 2015 im Alter von 38 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Im April 2015 hatte ich einen Knoten in meiner linken Brust getastet und ging damit zum Arzt. Eine verkapselte Zyste. Im Mai 2015 stand ich wieder vor meinem Arzt, da der Knoten gewachsen war und ich es so nicht stehen lassen konnte. Die Augen meines Arztes sagten schon alles …. Mein Herz raste und die Angst wurde immer größer. Es ging alles sehr schnell - Termin zur Mammographie und Überweisung ins Brustzentrum. Meine private Situation hat das alles nicht leichter gemacht. Einen Partner an der Seite, der ein akutes Alkoholproblem hatte, und eine Tochter von 8 Jahren, die ihre Mutter brauchte. Mein Kartenhaus fiel in sich zusammen. Gedanken über Gedanken. Was ist wenn? Wie  geht es weiter? Warum ich???

Der Termin im Brustzentrum rückte näher. Immer wieder die Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht bösartig war. Am 14. Juni 2015 (einen Tag vor dem Termin in der Klinik) kam die Nachricht, dass mein Neffe einen schweren Motorradunfall hatte und lebensbedrohlich verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Noch mehr Angst und Sorgen. Ich konnte meine Schwester nicht leiden sehen, es zerbrach mir das Herz. Am nächsten Tag hatte ich dann meinen Termin in der Klinik. Als die Ärztin sagte, sie wolle eine Stanzbiopsie entnehmen und es sähe leider nicht gut aus, brach in mir so was wie Panik aus. Ich wollte meinen Neffen noch mal sehen, der im Koma lag.

Die Diagnose Krebs hatte sich bestätigt. Zuhause einen Alkoholiker und meine kleine Tochter - Ängste über Ängste. Das Gefühlschaos in diesem Moment ist  unbeschreiblich!

Dann ging alles seinen Weg, ein Termin folgte dem nächsten. Ich war wie ferngesteuert und hatte Gott sei Dank immer meine Mutter zur Seite. Bei jedem Termin bekam ich den nächsten Schlag ins Gesicht. Zuerst lautete die Prognose, OP und Bestrahlung seien ausreichend. Doch beim MRT unter Kontrastmittel hatte man festgestellt, dass es zwei ca. 3 cm große Tumore und die Drüsengänge auch befallen waren. Fazit: Chemotherapie und Mastektomie.

Der Gedanke daran machte mich fertig. Man nimmt mir meine Weiblichkeit. Warum meinte es das Schicksal so schlecht mit mir???

Dann begann meine Therapie. Acht Chemos im Abstand von 14 Tagen. Durch die Chemotherapie war ich sehr müde und schlapp, manchmal war es mir übel und zum Schluss hatte ich Knochenschmerzen, die mir den Schlaf raubten. Meine Familie und auch meine Freunde standen mir in dieser Zeit sehr bei. An dieser Stelle möchte ich allen ein DICKES DANKE sagen. Die größte Freude war schließlich, als mein Neffe aus dem Koma erwachte. Er hat gekämpft und es geschafft, wieder gesund zu werden. Ich bin so stolz auf ihn und nahm ihn als mein großes Vorbild. Auch ich würde meinen Kampf gewinnen.

Im November 2015 kam für mich die große OP ... Brust ab. Da ich nicht bereit war, 'einseitig' durchs Leben zu gehen, traf ich nach Absprache mit meinem Arzt die Entscheidung, einen sofortigen Brustaufbau machen zu lassen. Dieser kleine Lichtblick wurde jedoch jäh zerstört. Es bildete sich eine Blutblase und darunter keine Haut. Also musste der Aufbau wieder rückgängig gemacht werden und die kaputte Haut wurde entfernt. Die Ärzte rieten mir zu einem Expander, der alle 2 Wochen mit  Kochsalzlösung befüllt wurde, um die verbleibende Haut zu dehnen. Nach einem halben Jahr wurde der Expander entfernt und ein Implantat eingesetzt.

In dieser Zeit hat mich mein Partner mehrfach betrogen und mir wurde klar: Wenn ich wieder die Kraft habe, muss ich für mich und meine Tochter an unserer Lebenssituation etwas ändern. Ich muss mich von meinem Partner trennen. Eine neue Herausforderung. Die Angst, alleine alt zu werden, machte mich sehr traurig. Nach einer Mastektomie fühlt man sich nicht mehr weiblich. Die Frage wirft sich auf - welcher Mann möchte so eine Frau?

Im Februar 2016 stand noch einmal eine OP an, die Eierstöcke wurden entfernt. Hierdurch und mit entsprechender Medikamentierung kam ich ohne Vorwarnung in die Wechseljahre.

Heute ist es 3 ½ Jahre her, ich habe 20 kg mehr Gewicht, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schmerzen und viele Narben. Meinen Körper habe ich bis zum heutigen Tag noch nicht ganz akzeptiert, bin jedoch auf einem guten Weg. Hin und wieder gehe ich sogar wieder in die Sauna und versuche, über den Blicken der anderen zu stehen. Einer Frau musste ich mal sagen, dass auch sie morgen so aussehen kann.
Man(n) muss mich so nehmen wie ich bin, auch ich muss lernen mich so zu akzeptieren.

Auf meine Frage - warum ich??? - habe ich mir selbst die Antwort gegeben: Es hat so kommen müssen, damit ich an meinem Leben etwas ändere. Für mich ist die Krankheit ein Neuanfang gewesen. Heute lebe ich bewusster und genieße jeden Tag. Es lohnt sich zu kämpfen. Ich darf meine Tochter auf ihrem Weg erwachsen zu werden begleiten und ich habe die beste Familie und tolle Freunde. Alles Schlechte und Böse versuche ich aus meinem Leben zu verbannen ….. somit auch den Krebs - bye bye.

Mein Rat an alle: Egal wie schlecht es einem manchmal geht  - k ä m p f t  - es  lohnt sich immer! Es macht starke Menschen noch stärker!

Foto: Marcel Höcht
Foto: Marcel Höcht
Foto: Marcel Höcht
Foto: Marcel Höcht
Foto: Marcel Höcht
Foto: Marcel Höcht

Andrea Frömming

Hier sind meine sieben goldenen Regeln, um Selbstheilungskräfte zu aktivieren:

  1. Entspanne Dich!
    Indem Du Dich entspannst, findest Du leichter in Deine innere Mitte, in Deine ureigene Kraft!
  2. Ernähre Dich gesund!
    Das gibt Dir die Basisenergie für Deine Heilung!
  3. Kündige, was Dir nicht gut tut!
    Indem Du in Deinem Leben aufräumst, eliminierst Du Energiefresser und schaffst Raum für Deine Genesung!
  4. Lerne Dich kennen, lerne Dich lieben!
    Indem Du dich annimmst und bejahst, erschließt Du Dir eine der größten Gesundheitsquellen, die es gibt.
  5. Denke positiv! Glaube an Dich!
    Deine mentalen Kräfte sind größer als Du denkst!
  6. Träume Dein Leben, lebe Deinen Traum!
    Setze Dir kleine und große Ziele, die Dich motivieren! Sie sind Dein Lebenselixier!
  7. Steh auf! Jetzt!
    Denn: Bewegung ist Leben!

www.andrea-froemming.de

Foto: Andrea Frömming

Tatjana Schwägerl

Im Kampf gegen den Krebs. Die Diagnose war für mich ein Schock: Brustkrebs mit 26 Jahren. Doch ich bin stärker als der „Bobbel“ und möchte meine positive Energie an andere Betroffenen weitergeben.

Mein Name ist Tatjana und ich bin mittlerweile 27 Jahre alt. Seit gerade einmal 3 Jahren stehe ich nach meinem Studium im Berufsleben. Ich wohne in München und arbeite als Projektmanagerin bei einem Automobilhersteller. Ich pendle jedes Wochenende in die Heimat nahe Ulm, knapp eineinhalb Stunden entfernt von der bayrischen Landeshauptstadt. Dort habe ich nämlich mein eigenes Pferd stehen. Eine sehr hübsche braune Stute namens Fee. Die gute Fee, wenn man so will! Neben Pferd wohnen hier auch mein Freund und meine Familie. Ich freue mich jedes Wochenende darauf, die ländliche Ruhe als Ausgleich zum Großstadtleben zu genießen.

Die Horrorgeschichte fing im Mai an. An einem ganz normalen Arbeitsalltag wurde ich von meinem Wecker zur Arbeit geweckt. Ich weiß noch ganz genau, es war ein Donnerstag. Warum auch immer, ich bin mit meiner Hand über meine rechte Brust gestreift - und plötzlich war da ein golfballgroßer „Bobbel“ zu tasten. Da ich am folgenden Montag eh einen Frauenarzttermin hatte, um die Verhütungsmethode zu wechseln, machte ich mir keine großen Gedanken. Bei dem Termin wurden Ultraschallaufnahmen gemacht und eine Zyste vermutet. Meine Frauenärztin schickte mich aber in die nächste Runde zur Radiologie. Hier wurde ebenfalls eine Zyste vermutet. Der zuständige Arzt meinte im Gespräch, dass er etwas Flüssigkeit darin sehe. Ich solle doch in drei Monaten nochmal kommen und parallel bei meiner Frauenärztin einen Bluttest auf Tumormarker machen. Gesagt, getan - ich also wieder zu meiner Frauenärztin, um zum einen den Bluttest einzuleiten und zum anderen um eine Stanzbiopsie machen zu lassen, zu der mir meine Ärztin geraten hatte, um 100-prozentige Sicherheit zu haben. Wenige Tage später kamen die Ergebnisse vom Blutbild - alles okay. So ein gutes Blutbild sieht man selten, so meine Frauenärztin. Mir fiel natürlich ein Stein vom Herzen und ich war mega erleichtert. Ich hatte aber ja noch den Biopsietermin eine Woche später ... Meine rechte Brust wurde örtlich betäubt und es wurde über eine Nadel Gewebe des „Bobbels“ entnommen. Ich war damals sehr entspannt, da ja im Bluttest nichts Auffälliges war. Außerdem ernährte ich mich gesund und machte Sport, war immer viel an der frischen Luft und fühlte mich so fit wie nie zuvor ...

Am 19. Juni 2018 wurde ich mit noch 26 Jahren vom Gegenteil überrumpelt. Als der Anruf einging, war ich von der Arbeit aus mit meiner Abteilung auf einem Workshop am Tegernsee. Ich sah die Nummer der Klinik der Stanzbiopsie auf meinem Handy. Während der Gruppenaufgabe habe ich den Besprechungsraum verlassen und nahm den Anruf entgegen. „Wo treffe ich Sie denn gerade an?“ fragte mich die bekannte freundliche Stimme der Ärztin. Mit dieser Frage wusste ich Bescheid und mein Herz pochte wie blöd. Sie teilte mir am Telefon mit, dass die Ergebnisse aus der Pathologie vorlagen und ich einen bösartigen Tumor in mir hatte. Einer meiner Kollegen fuhr mich nach Hause, wo mich meine Eltern zusammen mit meinem Freund abholten. Ab diesem Zeitpunkt ging alles Knall auf Fall.

Der erste Arzttermin in der Klinik brachte gleich die nächste Hiobsbotschaft mit sich. Da ich noch so jung war, lautete eine der Fragen, ob ich jemals Kinder haben möchte. Ja, ich wollte irgendwann mal Kinder haben. Aber dadurch, dass ich noch nicht allzu lange im Berufsleben stand, war das bei uns bisher kein Thema. Triple negatives Mammakarzinom heißt die genaue Bezeichnung meines Brustkrebs. Bei dieser Art Krebs ist nur eine Chemotherapie hilfreich, da der Tumor auf andere Therapieformen nicht reagiert. Die dafür notwendigen Rezeptoren sind nicht vorhanden. Eine somit bei mir erforderliche Chemotherapie hat allerdings das Risiko, unfruchtbar zu werden, sodass Maßnahmen eingeleitet werden mussten, um den späteren Kinderwunsch abzusichern. Es wurden zum einen von der linken Seite des Eierstocks Gewebe entnommen, welches eingefroren wurde. Dies kann zu einem späterem Zeitpunkt, wenn ich wieder gesund bin, als körpereigenes Gewebe wieder implantiert werden. Zum anderen wurden von der rechten Seite des Eierstocks Eizellen stimuliert und als diese reif genug waren, stand in einer Operation die Entnahme an. Die Kosten der beiden Maßnahmen belaufen sich auf ca. 6000 Euro. Und jetzt kommt der Hammer: Diese wahnsinnig hohen Kosten der Eizellentnahme übernimmt keine Krankenkasse. Es ist keine lebenserhaltende Maßnahme. Nun habe ich also mit 27 Jahren nicht nur die furchtbare Diagnose Brustkrebs erhalten, sondern sitze zudem auch noch auf immensen Kosten. Die beiden Maßnahmen mussten logischerweise vor Beginn der Chemotherapie gemacht werden und im August startete dann meine Chemo.

Ich kann mich recht glücklich schätzen - ich kann nahezu fast alles machen, da ich die Chemo recht gut vertrage und nur wenige Nebenwirkungen habe. Da ich zudem viel Zeit in Kliniken und Wartezimmern verbringe und durch die Heftchen stöbere, bin ich auf Pink Ribbon Deutschland aufmerksam geworden. Ich habe einen absoluten Pink-Fimmel und daher habe ich mich gleich über die Organisation informiert, da ich unbedingt eine pinke Schleife haben wollte. Bei der Recherche habe ich von verschiedenen Aktionen gelesen und wie sich sehr viele Leute mit und ohne Brustkrebs für die Organisation einsetzen. Das wollte ich auch machen!

Gerade in meinem jungen Alter ist es so wichtig, sich selbst abzutasten und zu den Routineuntersuchungen beim Frauenarzt zu gehen. Auch wenn es vielen unangenehm ist: Nehmt bitte die Termine wahr! Auch ich habe es bei bestem Willen nicht erwartet, dass genau ich Brustkrebs haben soll und jetzt stecke ich mitten in der Therapie.

Um noch mehr Aufmerksamkeit in meinem Umfeld und bei meinen Reitermädels zu schaffen, entschloss ich zunächst, eine Onlineaktion zu erstellen. Dazu plante ich ein dazugehöriges Event: einen pinken Stand bei Reiterveranstaltungen wie dem Kreisreiterball. Die Organisation und der Aufwand dahinter hatten es während der Chemo ganz schön in sich, aber es machte mir einfach so viel Spaß, weil ich für mein Leben gerne organisiere und plane. Ich habe zunächst meine Mädels gebeten, mich zu unterstützen und sämtliche pinkfarbenen Leckereien zu backen. Als ich von meinem Vorhaben und dem Stand der Planungen erzählte, wollten sich zwei Bekannte unbedingt auch miteinbringen und fertigten selbstgemachte Dinge wie beispielsweise Stirnbänder, Beanies, Fliegenohren für’s Pferd, Beutelchen für Leckerlis, Holzschächtelchen und vieles mehr. Als wäre das nicht genug, hat sich auch mein Papa noch eingesetzt und mir selbstgemachte Holzskulpturen mit der Motorsäge gefertigt.

Ich habe wirklich eine sehr tolle Familie, Freunde und Bekannte in dieser Zeit hinter mir stehen. Insgesamt konnte ich eine stolze Spendensumme in Höhe von 2.257 Euro für Pink Ribbon Deutschland sammeln. Ich bekomme fast täglich gesagt, wie stolz die Leute auf mich sind und wieviel positive Energie in mir steckt. Es bewundern mich viele, wie ich das ganze Thema so positiv aufnehme und mit Fassung vertrete. Auch meine Witze über meine Glatze oder das anfängliche „Eierbrüten“ war für viele keine Selbstverständlichkeit und ich erhielt viel Bestätigung.

Diese positive Einstellung werde ich versuchen, so gut es geht beizubehalten. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch mit einer solchen Nachricht in jungen Jahren muss man das Beste daraus machen und - sofern es die Therapie zulässt - mit dem normalen Leben weitermachen. Mir war und ist es so wichtig, dass ich weiterhin Zeit bei meinem Pferd verbringen kann. Hier habe ich den Kopf frei und verschwende nicht einen Gedanken an den Krebs und die Krankheit. Ich genieße die Zeit mit und bei meinem Pferdchen. Und ich versuche nach wie vor viel zu unternehmen. Manchmal auch ein bisschen zu viel, aber ich hatte immer schon Hummeln im Hintern und bin kein Mensch, der die Ruhe genießen kann. Ab und zu ist Entspannung völlig notwendig und in Ordnung - aber zu viel wird dann doch langweilig.

Foto: Selina Henle
Foto: Selina Henle

Bettina Greschner - Das Leben darf leicht sein...

„Frau Greschner, wir haben etwas gefunden“, sagte meine Frauenärztin mir am 06.10.2011 am Telefon. Ein Gedanken-Wirrwarr in meinem Kopf. Eine Mischung aus Angst, böser Traum und - was wollt ich grad noch machen…? Ich habe Brustkrebs. Bis ich diese neue Situation für mich komplett realisiert habe, sind einige Tage vergangen. Und das mitten in einer Zeit, in der es bei mir alles andere als „rosig“ aussah. Mein damaliges Möbelgeschäft stand kurz vor dem finanziellen Aus. Zwei kleine Kinder, die mich brauchten, und mein Mann, der unsere Familie jetzt allein als Fels in der Brandung stützen musste und auch wollte. Mein Mann ist großartig. Er hat uns so wunderbar unterstützt und ist und war immer für uns da. So wie ganz viele Partner in dieser oder ähnlicher Situation für einander da sind.

Mir ist es sehr wichtig, dies zu erwähnen, denn die Angehörigen stehen oft in der zweiten Reihe und werden häufig nicht gefragt, wie es ihnen geht. Wie sie mit der Situation umgehen und was sie brauchen, um mit dieser Situation umzugehen. „Mir geht's gut, ich weiß, was ich tun muss, mir wird super geholfen - kümmert euch um Thorsten und die Kinder“, war regelmäßig meine Antwort, wenn ich gefragt wurde.

Ich 'durfte' viele Behandlungen für mich nutzen. Der Tumor wurde mit zwei Operationen brusterhaltend entfernt. Dann folgten sechs Chemos und die Bestrahlung. War es leicht? Nein, ich habe viele Tränen geweint. Habe mich zu Anfang viel gegen all das gewehrt, bevor ich erkannt habe, dass alles für mich ist.

Was sich seitdem alles verändert hat, wie ich mein Leben jetzt sehe, was ich alles erleben durfte ... dafür bin ich sehr dankbar. Meine größte Angst war der Verlust meiner Haare. Meine Optik war mein Schutzpanzer meiner Seele, voller Selbstzweifel und Unsicherheiten. Der Krebs hat mich sehr demütig werden lassen. Ich sage immer, der Krebs hat mir mein Leben gerettet. Mein Leben ist so viel reicher, so viel wertvoller geworden. Ich lebe viel bewusster und ich bin bei mir angekommen. All das konnte jedoch erst entstehen, da ich die Krankheit angenommen habe. Ich habe mich nackt mit operierter Brust und einer großen Narbe im Spiegel angeschaut, nackt ohne Haare. Vollkommen ICH. Ich habe mich lieben gelernt 'mit ohne' Haare. Mit meiner Unvollkommenheit und mit all meinen tollen Eigenschaften. Meine wirkliche Schönheit konnte ich erst dann erkennen. Danke liebes Leben, danke lieber Krebs, dass ich ICH sein darf und dass ich lebe!

Für irgendetwas muss es gut sein ... meine Intuition hat mir immer wieder den Schubs gegeben rauszugehen. Mit Menschen zu sprechen, sie zu ermutigen. Und reden tue ich wirklich gern :) All das habe ich früher nicht getan. Früher wurde ich gelebt, anstatt zu leben. Ich habe mich von Äußerlichkeiten blenden lassen, meine Intuition komplett überhört und überfühlt. Unser Körper spricht mit uns. Vor allem unsere innere Stimme. Hör hin - und fühl hin! Früherkennung kann Leben retten. Ich höre jetzt auf mich und tue die Dinge, die mir wirklich Freude machen, die meinen Werten entsprechen.

Also tue ich nun das, was ich liebe. Ich rede - in meinem Podcast „Dein Weg zu Dir“ bin ich zweimal pro Woche 'on air'. Hier geht es um Inspiration, Intuition & Ermutigungen. Ich gebe Beispiele aus meinem Coaching und Ideen für (D)ein glücklicheres Leben. Meine Berufung habe ich gefunden. Ich bin Coachin für Frauen. Mit viel Herz, Klarheit und Empathie ist es meine Aufgabe, Frauen auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten, sie zu ermutigen, auf sich zu hören und an sich zu glauben. Frauen zu inspirieren ihr eigenes Leben so zu leben wie sie es wirklich wollen. Denn ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass in JEDEM Menschen enorme Potentiale stecken. Jeder, der es für sich zulässt, die Entscheidung trifft, ist in der Lage Großartiges zu schaffen und in die eigene persönliche Bestform, bei sich selbst anzukommen.

Hör auf dich, genieße dich und dein Leben, das Leben darf leicht sein…

Wer mehr über Bettina erfahren möchte, kann die folgenden Seiten besuchen:
Internetseite: www.bettinagreschner.de
Instagram: https://www.instagram.com/bettina_greschner/
Facebook: https://www.facebook.com/bettinagreschnercoaching/
Podcast: „Dein Weg zu Dir“ http://bettinagreschner.libsyn.com

Foto: Bettina Greschner
Foto: Bettina Greschner

Kathrin Bouchard - Tigerherz

"Hallo, mein Name ist Kathrin. Eigentlich war mein Leben ganz in Ordnung. Ich hatte einen gut bezahlten Bürojob, machte gerne Sport und auch privat lief alles ganz wunderbar. Bis zu diesem einen Tag, als ich unter der Dusche stand und dieser Knubbel in meiner Brust nicht mehr schön zu reden war. Einige Tage später saß ich mit großen Augen vor meiner Frauenärztin und von da an war alles auf einmal ganz anders. Mammographie, Stanzbiopsie und dann das betroffene Gesicht der Ärztin, die mir mitteilte, dass der Knoten in meiner Brust bösartig ist. In meinem Kopf herrschte absolute Leere und das einzige woran ich in diesem Augenblick denken konnte war „Muss ich jetzt meinen geplanten Hindernislauf absagen? Das geht doch nicht, es soll doch mein erster Lauf überhaupt werden!“ Klingt banal aber rückblickend betrachtet, konnte mein Gehirn in diesem Moment einfach nicht verstehen, was diese Diagnose bedeutet und wie damit umzugehen war. Brustkrebs mit 36 Jahren! Ich stand mitten im Leben und hatte so viele schöne Pläne gemacht, die nun alle erst einmal auf Eis lagen. Eine Zeit voller Hoffnung und Mut aber auch Angst und vielen Tränen begann. Nach diversen weiteren Untersuchungen stand die für mich passende Behandlung fest: 12 Wochen Chemotherapie, brusterhaltende OP, Bestrahlung.

Die Chemotherapie ist sicherlich die große körperliche Herausforderung in der Krebstherapie. Wir haben wohl alle so unsere Vorstellungen davon. Aber wie immer im Leben gilt auch hier: Jeder Mensch ist anders und so wirken auch die Medikamente bei jedem Menschen anders. Ich habe mich z.B. in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal übergeben müssen und locker 15 kg zugenommen. Die Freude über meinen tapferen Magen wehrte allerdings nicht lange. Das Medikament, was andere als „ganz ok“ beschrieben haben, war mein persönlicher Endgegner und hat mir unzählige schlaflose Nächte, Herzrasen, schmerzende Knochen/Gelenke und sog. Polyneuropathien in Händen und Füßen beschert. Aber auch in dieser wirklich schweren Zeit gab es immer wieder kleine Lichtblicke und gute Tage. Tage an denen ich in den Park konnte und zumindest kurzfristig auf der Yogamatte mein altes Ich spüren durfte. Bewegung im Freien und leichte Yogaübungen waren mein Rettungsanker, der es mir ermöglicht hat, Energie zu sammeln. Heute würde ich sagen, dass ich in dieser Zeit gelernt habe, nur im Hier und Jetzt zu sein. Denn weiter konnte ich nicht denken. Der Moment war wichtig und wenn es mir gut ging, dann habe ich diese kurze Zeit in vollen Zügen genossen und Kraft gesammelt für die Schmerzen und Ängste, die noch kommen würden. 

Aber die Chemotherapie war irgendwann abgeschlossen, auch wenn diese 3 Monate sich verdammt lange hingezogen haben. Am Ende hatten sich die Schmerzen, die Wut und die Tränen doch ausgezahlt: In dem zuletzt entnommenen Gewebe wurden keine bösartigen Zellen gefunden. Mein Motto 'Wenn es mir weh tut, tut es dem Tumor auch weh' hatte sich bewährt. 

Die noch folgende Bestrahlung hielt zwar ihre ganz eigenen Herausforderungen für mich bereit, doch auch dies war bald überstanden und heute, 2 Jahre später, geht es mir besser denn je. Ich habe meine Chance genutzt und mein Leben einmal komplett auf den Kopf gestellt - ich richte es nun nach meinen eigenen Wünschen und Vorstellungen, ohne die klassischen Bedenken oder den Sicherheitswahn, ein. Ich lebe bewusster im Hier und Jetzt und sehr viel freier als früher. Meine Zeit ist mir zu kostbar, um sie mit Dingen zu verschwenden, an denen ich keine Freude habe.

So habe ich beschlossen, ein kleines bisschen von all dem weiterzugeben. Seit September 2017 blogge ich über den überstandenen Brustkrebs und was er so alles mit sich gebracht hat und in diesem Frühjahr möchte ich Sport/Yoga-Kurse für betroffene Frauen anbieten. Kurse in denen wir gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, durch Bewegung und Einkehr bei uns selbst und in denen wir uns Stück für Stück unsere Weiblichkeit und das Lachen zurückholen! 

Was möchte ich Euch damit sagen?! Zunächst einmal: Geht zur Vorsorge, denn Früherkennung ist im Kampf gegen Brustkrebs unglaublich wichtig und kann Euer Leben retten! Und: Hört nicht auf zu kämpfen, der Krebs ist ein harter Gegner, aber er kann besiegt werden. Ihr seid nicht allein; es gibt viele Frauen, die es geschafft haben!"

Hier geht es zu Kathrins Blog: https://tigerherz2016.com 

Foto: Kathrin Bouchard
Foto: Kathrin Bouchard

Kleine Botschaften

Liebe - Lebe - Lache. Hör auf Dein Herz!

Heike
Trau Dich, werde wieder die wundervolle Frau, die Du bist!

Karin
Holt Euch Euer Leben zurück!

Sigrid

Pia Krüger

"Die Entscheidung für ein zweites Wunder … vereinzelte Menschen, darunter auch Ärzte, die mir empfohlen haben, mit meinem Gendefekt kein weiteres Kind zu bekommen … tatsächlich war das alles nicht so einfach. Doch nun, etwa 3 Wochen vor dem Ziel, weiß ich, dass alles gut so ist, wie es ist. Ich bin so dankbar - und dieses Glück möchte ich mitteilen!!“

Foto: Mandy Steinhäuser

Kleine Botschaften

Genieße die vielen kleinen Momente, die dem Leben Freude geben!

Jeanette
Ich bin stark und habe es geschafft!

Monika

Kleine Botschaften

Willkommen in der Freiheit!

Birgit
Gemeinsam sind wir stark!

Daniela
Du bist schön - auch ohne Haare! Ich liebe Dich wie Du bist!

Irmgard

Joachim Käser

"Ich wurde, sehr jung, in meinen 20er Jahren, zweimal mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Zwar handelte es sich nicht um Brustkrebs, doch habe ich in den Phasen der Behandlung und späteren Regeneration gelernt, wie wertvoll es ist, Mut zu haben und trotz alledem oder gerade darum, Mut zu machen.

Deshalb finde ich diese Seite hier so wichtig und möchte ganz bewusst an dieser Stelle Mut machen. Den betroffenen Frauen, aber gerade auch den Männern an ihrer Seite. Denn die Auseinandersetzung mit der Krankheit sollte, wo immer möglich, auf allen Ebenen des zwischenmenschlichen Miteinanders stattfinden.

Meine persönliche Lebensgeschichte hat dazu geführt, dass ich mich intensiv mit dem, was mich als Mensch ausmacht, beschäftigt habe. Inzwischen ist daraus mein Lebens- und Berufsweg geworden. Ich gebe Seminare und schreibe Bücher, um meine Erfahrungen weitergeben zu können. Seit nunmehr 25 Jahren begleite ich andere Menschen in schwierigen Lebenssituationen und möchte allen Mut machen, Krankheiten und schwierige Lebensphasen bewusst wahrzunehmen, um gemeinsam mit Ärzten, der Familie und Freunden die Herausforderungen anzugehen."

Foto: Joachim Käser

Kleine Botschaften

Positiv denken und den Brustkrebs als Chance erkennen.

Simone
Gemeinsam gegen Brustkrebs.

Ursula

Carla von Bergmann

"Die vier Adventssonntage, die 24 Türchen des Adventskalenders, sind Symbole, Zeichen, die zu einem Ziel hinführen: Weihnachten. Für Kinder genauso wie auch für Erwachsene. Wir Menschen brauchen Ziele und die sind leichter zu erreichen mit sichtbaren, spürbaren, greifbaren Zeichen!

In diesem Sinne hatte ich mir während meiner Chemobehandlung ein langes Band - ein "pink ribbon" - besorgt und in dieses in regelmäßigen Abständen Knoten gemacht - jeweils einen Knoten für jeden geplanten Chemotermin. An das obere Ende steckte ich eine rosafarbene Seidenrose. Dieses besondere "pink ribbon" hing in meinem Badezimmer und nach jeder Behandlung war das erste was ich tat, einen der Knoten abzuschneiden. So wurde das Band langsam aber sichtbar von Mal zu Mal kürzer! Dieses war für mich immer wie eine Belohnung - bis dann endlich alle Knoten weg waren und ich die rosa Rose erreicht hatte, mein Ziel: alle Behandlungen geschafft zu haben. Auf diese Weise habe ich die lange, zum Teil nicht endenwollende Zeit verarbeitet. Kleine, aber doch so große Schritte, haben mich an mein Ziel gebracht. Das war für mich unglaublich hilfreich!!!"

Foto: Fanie Nel / www.model-management.de

Kleine Botschaften

Ich bin stark, der Elefant ist stark.
Ich habe mich nie unterkriegen lassen.

Heidemarie
Jeden Tag die Natur genießen ist was einem Mut und Kraft für die Zukunft gibt.

Elke
Ich bin gesund und glücklich.

Christina

Doris Kappes

"Meine Brustkrebsdiagnose war für mich ein tiefer Fall von 'mitten aus dem Leben' ganz weit nach unten. Sie passte überhaupt nicht zu meinem pulsenden Körpergefühl, das vor Lebensenergie nur so strotzte. Mein Mann Reinhard war mein Fels in der Brandung, wir haben uns gegenseitig unsere Gefühle und Ängste geschenkt. Es war uns immer wichtig, offen darüber zu reden, was uns Angst macht, und wir haben Wege gesucht, die uns Mut und Kraft geben.

Auf dem Weg ins Krankenhaus war es wieder da. Das Ziehen im Bauch, die Angst vor dem 'nicht wissen was kommt'. Wir redeten und redeten - und dann sagte ich: Lass uns ihr einen Namen geben. Wem? Meiner Brust. Reinhard lächelte und meinte: Schöne Idee. Wir sammelten Namen, verwarfen wieder und lachten gemeinsam. Dazwischen schwiegen wir. Zwei Namen ... wir brauchten zwei Namen. Sie gehören doch zusammen und sind wie Familienmitglieder. Die kranke Brust tauften wir 'Falterchen'. Die andere Brust 'Käferchen'. Symbolisch gesehen verkörperte es für uns den Wunsch und das Ziel, schwerelos und leicht zu fliegen, verbunden mit der Neugierde, das schöne bunte Leben jeden Tag neu für uns zu entdecken und mit Liebe und Freude zu füllen. Wir machten ein Spiel daraus, unsere neuen Familienmitglieder zu bemuttern. Sie bekamen Komplimente und Streicheleinheiten. Mit unserer Familien-Adoption haben wir einen Weg gefunden, der uns aus einer lähmenden Haltung, die von Angst geprägt war, in eine aktive, gestalterische Position hineingeführt hat. So haben wir uns bewusst unser Leben zurückerobert.

Heute noch, Jahre danach, ist es für uns immer wieder ein wunderschönes Erlebnis, wenn ein Schmetterling an uns vorübersegelt. Dann lachen wir und sind einfach nur glücklich darüber, wie das Leben jetzt im Moment für uns ist."

Foto: Reinhard Kappes

Kleine Botschaften

Das Leben ruft mich jeden Tag neu.
Heute geht es mir gut!

Marion
Die wahre Lebenskunst besteht darin im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Birgit
Gib nie auf!

Monika

Pia Krüger

"Als mein Mann Johannes und ich von meiner Genmutation erfuhren, war es für uns als Paar eine schwierige Situation. Johannes gab mir von Anfang an das Gefühl, für mich da zu sein, doch ich hatte oftmals das Bedürfnis, keine Nähe oder Vertrautheit zuzulassen. Wir redeten und weinten viel gemeinsam, aber mein inneres Chaos wuchs. Irgendwann fiel mir ein Zettel in die Hände von unserem Geburtsvorbereitungskurs. Unsere Hebamme hatte uns gebeten, mindestens 3 Dinge aufzuschreiben, die wir als Paar schätzten und unbedingt gemeinsam weiter beibehalten wollten. In unserem Fall stand dort: gemeinsames Kochen, Spaziergänge und Kuscheln. Bei mir machte es in dem Moment "klick" und unsere Liste wurde an den Kühlschrank gehangen und vor allem sofort umgesetzt. Der Erfolg dauerte etwas, aber dadurch verloren wir uns als Paar nicht aus dem Blick und fanden wieder zueinander."

Foto: Pia Krüger

Kleine Botschaften

Alles, was das Leben beschert, kann man positiv bewerten!
Das Leben ist lebenswert, wenn man es so akzeptiert, wie es ist.

Elfriede
Nur so geht es: Gemeinsam sind wir stark!

Hiltraut
Ich möchte Ihnen Mut geben, wenn Sie Brustkrebs haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Liebe.

Ingrid Frenzel