Pink Caravan - 7 Jahre - 7 Emirate Riding for Courage

Text: New Image® by Dagmar Pauline Heinke; 
Fotos: New Image® / Pink Caravan VAE, Dubai

„Riding for Courage“ so lautete 2017 das Motto von Pink Caravan in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die pinkfarbene Pferdekarawane zog durch alle sieben Emirate vom Emirat Ras al Khaima bis in die Regierungshauptstadt Abu Dhabi. Über 100 ausgewählte, erfahrene Reiter ritten im März 2017 in Tagesabschnitten zwischen 30 und 50 Kilometern, dabei wurden die Pferde regelmäßig ausgetauscht.

Die Idee zur Gründung von Pink Caravan entstand vor sieben Jahren. Der Pink Caravan Ride wurde von den Friends of Cancer Patients Charity (FoCP) ins Leben gerufen, um auf die Dringlichkeit der Früherkennung von Brustkrebs aufmerksam zu machen. Seitdem nehmen Jahr für Jahr immer mehr Menschen daran teil.

Beim siebten Pink Caravan ritten in Dubai erstmals auch betroffene Reiterinnen, die den Brustkrebs überstanden haben oder sich noch in Therapie befinden, einen Teilabschnitt mit. Ohnehin ist bei den meisten Beteiligten des Pink Caravan ein persönlicher Bezug zum Thema Brustkrebserkrankung vorhanden.

Während des 10-Tages-Ritts werden allen Frauen und Männern (auch Männer können an Brustkrebs erkranken) kostenlose Untersuchungen in Krankenhäusern und mobilen Kliniken angeboten. Die Kosten dafür werden von den Emiraten getragen. Einheimische Frauen oder Ausländerinnen - alle können kostenlos an der Untersuchung teilnehmen. Es werden auch im Falle einer positiven Diagnose alle anfallenden Behandlungskosten sowie die Unterstützung der Angehörigen finanziert.

Möglich gemacht wird diese große Brustkrebs-Aktion von vier starken Frauen:

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Dr. Sawsan Abdul Salam Al Madhi, VAE, Director General of FoCP and Head of the Pink Caravan Medical and Awareness Committee. Die engagierte Medizinerin setzte sich bei der Regierung für die Gründung eines Brustkrebs-Präventionszentrums ein.
  • Reem Bin Karam, Vorsitzende des Pink Caravan Organisation Committee,  die stets unermüdlich die Fäden im Hintergrund zieht. 
  • Debbie Armaly, die fünfzigjährige Britin und passionierte Reiterin ist die gute Seele des Pink Caravan Ride. Sie lebt und arbeitet seit über 20 Jahren in Dubai. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Expat (in den VAE lebende Ausländer) ist sie seit Beginn Mitglied im Pink Caravan Organisationsteam und sorgt für ständige Verbesserungen. Sie ist ein wahres Organisationstalent und hält Kontakt zu den Behörden und sorgt für einen reibungslosen Ablauf auf den Straßen. Sie achtet sehr daran, dass alle Reiter die vorgeschrieben Sicherheitsregeln (Abstand beim Reiten, Sicherheitshelm, Warnweste, korrekte Reitstiefel, Handschuhe, etc. sowie den korrekten Dresscode in schwarz, pink, weiß einhalten.
  • Lize de Yong, Projektmangerin FoCP, Friends of Cancer. Die sympathische Südafrikanerin lebt und arbeitet ebenfalls seit Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie sorgt dafür, dass die Hospitäler bei dieser Aktion mitmachen, und kümmert sich um die Medien und die Spendenorganisation.

Und zu erwähnen ist außerdem Sunny Hogan aus den USA. Die sechzigjährige quirlige Texanerin ist die Managerin der Pferde. Die Trainerin für Westernreiten ist ein echtes Cowgirl. Sie kümmert sich von früh am Morgen bis zum Sonnenuntergang zusammen mit den Pferdepflegern um die wertvollen Pferde. Sie wählt die benötigten Pferde aus den Ställen aus und kontrolliert das Verladen. Sie sorgt für das Auf- und Absatteln, das passende Equipment und sie überwacht, dass die Pferde genug Wasser zu trinken bekommen oder ob ein Pferd ausgetauscht werden muss. 


Auch 2017  stand der  Ritt gegen Brustkrebs wieder unter der Schirmherrschaft Seiner Hoheit Dr. Scheich Sultan bin Mohammed Al Qasimi, Herrscher von Sharjah und seiner Gattin Sheikha Jawaher bint Mohammad Al Qasimi, welche auch Gründungsmitglied der Friends of Cancer Patients Society ist und sich bereits seit vielen Jahren sehr für die frühzeitige Brustkrebserkennung engagiert. Auch die Töchter von Seiner Hoheit Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum nehmen regelmäßig am Pink Caravan teil. Seine Hoheit Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum ist einer der besten Reiter der VAE. Deshalb hat die Unterstützung des pferdebegeisterten Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum beim Reiten gegen Brustkrebs großen Vorbild-Charakter. In den Emiraten ist es eine große Ehre beim Pink Caravan mitreiten zu dürfen.


Im März ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwar ebenfalls Frühling, aber es herrschen dennoch bis zu 38 Grad Celsius im Schatten und der Wind wirbelt den Sand durcheinander. Der feine Wüstensand brennt in den Augen und in der Nase der Pferde und Reiter. Deshalb werden viele Stopps eingebaut.

Die Pferde sind ausnahmslos Endurance-Profis und werden jedes Mal von den mitfahrenden Tierärzten gründlich untersucht. Die abgesattelten arabischen Vollblüter werden komplett mit Wasser aus dem mitfahrenden Wassertankwagen abgespritzt und von den zahlreichen Pferdepflegern getränkt und gefüttert. Danach werden die Pferde zur Erholung in die beiden klimatisierten Pferde-Lkw-Transporter gestellt. Jedes arabische Vollblut hat seinen eigenen Pferdepfleger. Die Gesundheit und Sicherheit der Tiere hat oberste Priorität.



Natürlich werden auch die Reiter des Pink Caravan ausreichend mit Getränken und leichten Snacks versorgt. Und nicht nur ein Tierarzt ist immer vor Ort, sondern ebenso ein Notarzt und zwei Sanitätsautos, die der Karawane auf Schritt und Tritt folgen. Die Sicherheit steht bei Pink Caravan immer an erster Stelle. Bei über 200 freiwilligen Helfern, 150 Pferden und ca. 100 Reitern ist das eine logistische Meisterleistung.

Ein großes Lob gab es auch in diesem Jahr wieder für die Polizeikräfte. Die Polizei sorgte für die Sicherheit der Pferde und Reiter - dafür wurde der gesamte Verkehr gesperrt, wo auch immer die Karawane entlangkam.  Eine Spezialeinheit der Polizei begleitete und beschützte unterwegs die Pferde und Reiter. An jeder Emirats-Grenze wurden alle Polizeikräfte ausgetauscht - und die Aufgaben jeweils von den Polizeibehörden im nächsten Emirat reibungslos übernommen.


Das Highlight war in diesem Jahr der Besuch der großen Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi. Die Abschlussfeier fand auf Einladung von Seiner Hoheit Sheikh Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, im großen Sheikh Zayed Sportstadion statt. Ein unvergessliches Erlebnis!


Auch die Reiterinnen und Reiter in Deutschland können am Reiten gegen Brustkrebs teilnehmen. Es müssen nicht Köln, Düsseldorf oder München dafür gesperrt werden. Das organisatorische Back-up wie in den Emiraten ist hier nicht möglich und nicht nötig. Aber der Pink Caravan VAE kann ein gutes Beispiel und Vorbild dafür sein, dass auch hier das wunderbare Hobby, mit dem Pferd unterwegs zu sein, als Zeichen für mehr Brustkrebs-Aufmerksamkeit eingesetzt werden kann.


Jeder kann sich einbringen. Egal, ob zwei oder zehn Reiter/innen. Jeder Stall und jeder Reitverein kann sich daran beteiligen. Es reicht bereits ein kleiner gemeinsamer Ausritt - und jeder Reiter und jede Reiterin kann die Kilometer der eigenen Ausritte für den Kilometerzähler der Pink Ribbon Schleifenroute eintragen. www.schleifenroute.de 

Besondere Aktionen - beispielsweise wenn alle in pinkfarbenen Accessoires reiten - können zudem auf der Webseite von Pink Ribbon gepostet werden und zusätzlich können so Spenden gesammelt werden. www.pink-in-aktion.de 

Sich aktiv einzubringen und dabei Gutes zu tun, das fühlt sich gut an!