Pink Caravan - 8 Jahre

Reiten gegen Brustkrebs durch alle 7 Emirate am Golf.

Auch im achten Jahr lautete 2018 das Motto von Pink Caravan in den Vereinigten Arabischen Emiraten wieder „Riding for Courage“. Das Jahr 2018 ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein ganz besonderes Jahr. Heuer wäre Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, der ehemalige Präsident und Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate seit der Unabhängigkeit im Jahre 1971, 100 Jahre alt. Deshalb sind die Emirate besonders herausgeputzt und beflaggt, um ihren geliebten Gründervater zu ehren. Das Gedenkjahr war auch beim Reiten gegen Brustkrebs ein Thema. Die pinkfarbene Pferdekarawane zog durch alle sieben Emirate - vom Emirat Ras al Khaima bis in die Regierungshauptstadt Abu Dhabi. Dem Anlass entsprechend war Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan auf Buttons, Plakaten und Flaggen immer mit dabei. Denn besonders Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan genießt den Ruf, sehr viel für die Menschen getan zu haben und ist deshalb ein großes Vorbild.

Es waren wie schon im letzten Jahr über 500 freiwillige Helfer und 100 ausgewählte, erfahrene Reiter und Pferde dabei, welche täglich in Teilabschnitten in der großen Hitze von Emirat zu Emirat zogen. Pink Caravan wurde vor acht Jahren gegründet und inzwischen nehmen Jahr für Jahr immer mehr Menschen daran teil. Letztes Jahr ritten in Dubai erstmals betroffene Reiterinnen einen Teilabschnitt mit. Diese gute Idee wurde  2018 fortgeführt. Bei den meisten Beteiligten des Pink Caravan ist ein persönlicher Bezug zum Thema Brustkrebserkrankung vorhanden.

Pink Caravan  wurde 2011 von den Friends of Cancer Patients (FoCP) Charity ins Leben gerufen, um auf die Dringlichkeit der Früherkennung von Brustkrebs aufmerksam zu machen. Die Kampagne bietet während des Ritts durch die Emirate allen Frauen und Männern (auch Männer können an Brustkrebs erkranken) kostenlose Mammographie sowie Ultraschall Untersuchungen in Krankenhäusern und mobilen Kliniken an. In der Presse wurden die Standorte der mobilen Einrichtungen bekannt gegeben. Die Kosten dafür werden von den Emiraten getragen. Einheimische Frauen oder Ausländerinnen - alle können kostenlos an der Untersuchung teilnehmen. Es werden im Falle einer positiven Diagnose alle anfallenden Behandlungskosten sowie die Unterstützung der Angehörigen finanziert.

Für uns unvorstellbar, aber in den Emiraten fahren die Frauen oftmals über 100 Kilometer, um zur Vorsorgeuntersuchung zu gelangen. Deshalb nahmen in diesem Jahr bereits am ersten Tag des Ritts über 700 Personen die Chance einer Untersuchung wahr. Insgesamt wurden 8.000 Menschen untersucht.

Möglich gemacht wird diese großen Brustkrebs-Aktion für mehr Früherkennung von vier starken Frauen:

Dr. Sawsan Abdul Salam Al Madhi, VAE, Director General of FoCP and Head of the Pink Caravan Medical and Awareness Committee. Die engagierte Medizinerin setzte sich bei der Regierung für die Gründung eines Brustkrebs Präventionszentrums ein.

Reem Bin Karam, Vorsitzende des Pink Caravan Organisation Committee, die stets unermüdlich die Fäden im Hintergrund zieht.

Debbie Armaly, die fünfzigjährige Britin und passionierte Reiterin ist die gute Seele des Pink Caravan Ride. Sie lebt und arbeitet seit über 20 Jahren in Dubai. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Expat* (* in den VAE lebende Ausländer) ist sie seit Beginn Mitglied im Pink Caravan Organisationsteam und sorgt für ständige Verbesserungen. Sie ist ein wahres Organisationstalent und hält Kontakt zu den Behörden und sorgt für einen reibungslosen Ablauf auf den Straßen. Sie achtet sehr daran, dass alle Reiter die vorgeschriebenen Sicherheitsregeln (Abstand beim Reiten, Sicherheitshelm, Warnweste, korrekte Reitstiefel, Handschuhe, keinen Handygebrauch etc.) sowie den korrekten Dresscode in schwarz, pink, weiß einhalten. Sie ist immer pünktlich, diszipliniert und macht klare Ansagen - very British ... wonderful!

Lize de Yong ist Projektmanagerin bei den FoCP. Die sympathische Südafrikanerin lebt und arbeitet ebenfalls seit Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie sorgt dafür, dass die Hospitäler bei dieser Aktion mitmachen und kümmert sich um die Medien und die Spendenorganisation.

Weiterhin zu nennen: Sunny Hogan aus Texas, USA, ist die Managerin der Pferde. Die sechzigjährige, quirlige Trainerin für Westernreiten ist ein echtes Cowgirl. Sie kümmert sich von früh am Morgen bis zum Sonnenuntergang zusammen mit den Pferdepflegern um die wertvollen Pferde. Sie wählt die benötigten Pferde aus den Ställen aus und überwacht das Verladen in zwei große Lkw-Pferde-Transporter. Sie sorgt für das Auf- und Absatteln, das passende Equipment und natürlich dafür, dass die Pferde genug Wasser zu trinken bekommen oder ob ein Pferd ausgetauscht werden muss.

Immer dabei ist ein weiterer echter Pferde-Profi: Jacquie Doyle, Britin, die abwechselnd in Dubai und den USA lebt. Sie ist eine Legende im Profi-Reitsport und bekannt als eine der erfolgreichsten Jockeys der Welt. Sie ist inzwischen eine der besten Trainerinnen der Szene und arbeitet für den weltbekannten Meydan Grandstand in Dubai, das größte Galopprennen der Welt. Sie wacht mit Argusaugen über die Gesundheit der Pferde, das Können der Reiter und das gesamte Equipment. Dieser coolen Frau entgeht nichts.

Auch 2018 stand der Ritt gegen Brustkrebs unter der Schirmherrschaft Seiner Hoheit Dr. Scheich Sultan bin Mohammed Al Qasimi, Herrscher von Sharjah und seiner Gattin Sheikha Jawaher bint Mohammad Al Qasimi, welche auch Gründungsmitglied der FoCP ist und sich bereits seit vielen Jahren sehr für die frühzeitige Brustkrebserkennung engagiert. Die Töchter von Seiner Hoheit Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum nehmen ebenfalls am Pink Caravan teil. Seine Hoheit Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum ist einer der besten Reiter der VAE. Deshalb hat die Unterstützung des pferdebegeisterten Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum beim Reiten gegen Brustkrebs großen Vorbildcharakter. In den Emiraten ist es eine große Ehre, am Pink Caravan mitreiten zu dürfen.

Im März ist es in den arabischen Emiraten noch Frühling, aber es herrschen dennoch bis zu 38 Grad Celsius im Schatten und der Wind wirbelt den Sand durcheinander. Der feine Wüstensand brennt in den Augen und in der Nase der Pferde und Reiter. Deshalb werden viele Stopps eingebaut. Die Pferde sind ausnahmslos Profi-Endurance-Pferde. Die Versorgung der Pferde ist professionell. Sie werden von den mitfahrenden Tierärzten fortwährend gründlich überwacht. Die abgesattelten arabischen Vollblüter werden jeweils komplett mit Wasser aus dem mitfahrenden Tankwagen abgespritzt und von den zahlreichen Pferdpflegern getränkt und gefüttert. Danach werden die Pferde zur Erholung in die beiden klimatisierten Transporter gestellt. Jedes arabische Vollblut hat dabei seinen eigenen Pferdepfleger. Die Gesundheit und Sicherheit der Pferde hat oberste Priorität. Natürlich werden auch die Reiter mit ausreichend Getränken und leichten Snacks versorgt. Außerdem ist nicht nur ein Tierarzt immer vor Ort, sondern ein Notarzt und zwei Sanitätsautos folgen der Gruppe auf Schritt und Tritt.

Die Karawane stoppt an vielen Krankhäusern, Universitäten, großen Luxushotels und Malls. Überall werden die Pferde und die Reiter herzlich empfangen. Die freiwilligen Helfer von Pink Caravan warten vor Ort immer bereits mit Wasser für die Pferde, Zelten und Infoständen - tatkräftig unterstützt von den Mitarbeitern der Hotels, Universitäten und Krankenhäuser. Außerdem muss der Einsatz der zahlreichen Polizeikräfte sehr gelobt werden. Der Ritt ist nicht ungefährlich. Die Polizei sperrt aus diesem Grund jeweils den gesamten Verkehr. Die Sicherheitsvorkehrungen sind groß, eine Spezialeinheit der Polizei beschützt Pferde und Reiter. An jeder Emiratsgrenze werden alle Polizeikräfte ausgetauscht und von den Polizeibehörden im nächsten Emirat reibungslos übernommen. Die Sicherheit geht immer vor. Bei so vielen Beteiligten und dem Fluchttier Pferd eine logistische Meisterleistung.

Debbie Armaly, Sunny Hogan und Jacquie Doyle hatten sich heuer etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie veranstalteten in der Wüste, ca. 70 Kilometer von Dubai entfernt, die Aktion Kids Riding. Dazu wurden viele Kinder und Jugendliche eingeladen. Auch die an Brustkrebs erkrankten Mütter und Angehörige waren anwesend und verbrachten einen sorgenfreien Tag in der atemberaubend schönen Wüste, die ein riesiges Naturschutzgebiet ist. Hier wurden den Kindern altersgerecht zusätzlich verschiedene Programme angeboten: Ob Malwettbewerb, sportliche Aktivitäten wie Gymnastik, Yoga oder arabische Bewirtung - für jeden war etwas dabei. Doch das Highlight waren natürlich die Pferde. Debbie Armaly, Sunny Hogan und Jacquie Doyle sowie viele Helfer brachten die zahlreichen Pferde mit Transportern in die Wüste. Die Ponys und Pferde bekamen dann die typischen pinkfarbenen Trensen, Sattelpads und Gamaschen. Und die Reiter bekamen ihre Pink Caravan T-Shirts. Die Pferde wurden mit abwaschbaren, ungiftigen Farben von den Kindern bemalt. Auch die Kinder konnten sich das passende Make-up schminken lassen. Und so schimmerte und glimmerte alles in den tollsten Farben. Die kleinsten Kinder wurden geführt und die sicheren Reiter durften alleine an der Kids Karawane teilnehmen. Die Kinder in den Emiraten sind schon sehr sattelfest, weil diese sehr früh mit dem Reitunterricht beginnen.

Großes Engagement zeigte wie immer Rommel Zantua. Er ist seit Jahren als Unterstützer dabei und hat es geschafft, dass Pink Caravan nun auch in seiner philippinischen Heimat und sogar in Vietnam stattfindet. Respekt vor diesem Mann.

Für die erfahrenen Reiter war das Highlight am letzten Tag der Ritt nach Abu Dhabi und der Besuch der großen Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi, wo Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan bestattet ist. Das Besondere in diesem Jahr: Die Pink Caravan Reiter ritten diese Strecke unter der Führung eines Mitglieds der royalen Familie Al Nahyan.
Danach erhielten sie anlässlich des Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan Gedenkjahres eine Führung durch die interessante Bibliothek und das Museum der wunderschönen Moschee. Die Abschlussfeier fand auf Einladung von Seiner Hoheit Sheikh Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, im Westin Hotel in Abu Dhabi für alle Beteiligten statt.

Fazit: Unter den über 8.000 untersuchten Personen wurden bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren 11 Brustkrebsfälle entdeckt. Sie werden inzwischen behandelt. Das bedeutet, dass 11 Leben vermutlich gerettet werden können. Sheikh Nahyan bin Mubarak Al Nahyan, der auch Minister für Toleranz ist, und langjähriger Unterstützer des Pink Caravan, sagte in seiner Rede: "Diese achte Ausgabe des Pink Caravan Ride fällt mit dem Year of Zayed zusammen. Sheikh Zayed, unser Gründervater, hat eine große Rolle bei der Entwicklung des Humankapitals gespielt und viel dazu beigetragen, die Lebensqualität in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verbessern. Dieses Erbe, auf das wir sehr stolz sind, werden wir weiterführen.“

Text: New Image® by Dagmar Pauline Heinke
Fotos: New Image® / Pink Caravan VAE, Dubai, Rommel Zantua, Dubai