Alexandra Kröber, Journalistin, Moderatorin, Coach

Warum engagierst du dich für Pink Ribbon Deutschland?

Weil ich die Menschen, die diese Kampagne tragen, ins Herz geschlossen habe. Wir leben in einer Welt, die voller Information ist. Was trotzdem oft fehlt: Orientierung. Und Begegnung. Beides finde ich hier. Und ich erlebe ganz viel Haltung, Leidenschaft, Kreativität und echte Auseinandersetzung mit einem Thema, das alle angeht und sich zugleich nicht in einer Informationsbroschüre abbilden lässt. Das echte Interesse an Menschen und ihren Geschichten – das berührt mich. 

Welche persönliche Botschaft möchtest du transportieren?

Vorsorge ist Fürsorge. Ich bin vor der Erkrankung recht unverbindlich mit meinem Körper umgegangen. Erst während der Chemo habe ich ihn das erste Mal so wirklich gespürt – wie verletzlich er ist und zugleich wie kraftvoll. Ich bin bis heute fasziniert davon, wie er nach jeder Behandlung alles mobilisiert hat, um zurück ins Gleichgewicht zu kommen. Was für ein Wunderwerk! Unser Körper ist nicht einfach etwas, das funktioniert oder nicht funktioniert. Er ist der Ort, in dem wir unser ganzes Leben verbringen. Unser Zuhause. Lasst uns wachsam und liebevoll damit umgehen.

Was tust du für deine Gesundheit?

Ich versuche vor allem, regelmäßig im Oberstübchen auszumisten, wenn dort „Gedankenmüll“ anfällt. Mich in Optimismus und Lebensbejahung zu üben. Mich mit warmen Menschen zu umgeben, die in mir wohlige Gefühle auslösen. Beweglich zu bleiben – körperlich, geistig, im Herzen. Ich esse mit Hingabe – bunt, frisch, saisonal. Aber nicht dogmatisch. Ich verwehre mir nichts und empfinde auch hin und wieder Freude an einem Stück Sahnekuchen und trägen Abenden vor der Couch. 

Welches Laster gönnst du dir?

Nicht immer nur "vernünftig“ zu sein, alles "richtig“ zu machen, das Risiko (wieder Krebs zu bekommen) vor Augen zu haben. Gerade nach so einer Krankheitserfahrung ist die Versuchung groß, alles perfekt machen zu wollen. Für mich killt Perfektionismus Lebensfreude. 

Wie sammelst du Kraft in schwierigen Momenten?

Summen, brummen, mich schütteln, Qi Gong, gute Luft einatmen, in der Badewanne liegen, tanzen, schwimmen, Fahrrad fahren – alles, was mich aus dem Kopf raus bringt. Und mich mit wohlwollenden, kraftvollen Menschen austauschen und verbinden. 

© Henry Schröder