Pink Ribbon Routine:
Know your normal
Wer sich selbst abtastet, übernimmt Verantwortung und zeigt Liebe zum eigenen Körper.
Hinfühlen statt wegsehen!
Unsere Tipps für deine persönliche Früherkennung
Viele Fälle von Brustkrebs werden von Frauen selbst entdeckt, sei es zufällig beim Duschen und Eincremen oder durch bewusstes Abtasten der Brust. Das Selbstabtasten ist nicht schwierig und tut nicht weh. Durch eine Regelmäßigkeit entsteht ein Bewusstsein dafür, wie sich die eigene Brust normalerweise anfühlt. So kannst du Auffälligkeiten leichter bemerken. Know your normal!
Wichtig: Eine Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch etwas Bösartiges, sie sollte jedoch fachärtzlich abgeklärt werden. Das Selbstabtasten ersetzt nicht die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Es ist eine sinnvolle Ergänzung der möglichen Früherkennungsmaßnahmen bei Brustkrebs.
Die Abtast-Empfehlung lautet:
- vor der Menopause: 5–7 Tage nach dem Einsetzen der Periode
- nach der Menopause: 1 x monatlich an einem festen Tag im Monat
Optimalerweise erfolgt das Selbstabtasten im Stehen und im Liegen. Es geht vor allem darum, systematisch vorzugehen – entweder in kreisenden oder in streichenden Bewegungen – und in Bahnen, um die gesamte Brust und das umliegende Gewebe sowie in den Achselhöhlen abzutasten.
Um zu zeigen, wie einfach das geht, haben wir gemeinsam mit unserer Botschafterin Regina Halmich und dem Bodypainter Filippo ioco bebilderte Tipps entwickelt. Und unsere Botschafterinnen Anna und Lisa Hahner, die Hahnertwins, zeigen in einem "Workout"-Video detailliert, was zu tun ist.

© Marguerite Oelofse
Fakten über Brustkrebs
- Mit jährlich rund 2,3 Millionen Neuerkrankungen ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung weltweit – und macht deutlich, wie entscheidend Aufklärung und Früherkennung sind. Auch in Deutschland ist die Krankheit weit verbreitet – etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.
- Damit ist Brustkrebs nicht nur die häufigste Krebsart bei Frauen, sondern auch die führende Krebstodesursache. Nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Todesfolge liegen in der Anzahl noch davor.
- 18.527 Sterbefälle bei Frauen pro Jahr in Deutschland (RKI, 2023)
- Die Überlebensrate beträgt 83 Prozent bezogen auf 10 Jahre.
- Noch nie war die Lebenserwartung bei Frauen so hoch wie heute. Aktuell liegt diese in Deutschland bei durchschnittlich 83 Jahren.
jährliche Neuerkrankungen in Deutschland bei Frauen
werden in relativ frühen Tumorstadien diagnostiziert
der betroffenen Frauen erkranken vor dem 50. Lebensjahr
Aufbau der weiblichen Brust
Die weibliche Brust umfasst Fett- und Bindegewebe, in welche das milchproduzierende Drüsensystem verflechtet ist. Die Brustwarze ist über die Milchgänge (lat.: ducti) mit den sogenannten Drüsenläppchen verbunden, die im Inneren der Brust liegen. Die häufigste Form von Brustkrebs, das duktale Mammakarzinom, hat seinen Ursprung in den Milchgängen.
Das Verhältnis von Fett-, Binde- und Drüsengewebe in der Brust verändert sich mit der Zeit. Umso älter eine Frau wird, desto mehr nimmt der Fettanteil zu, während sich das Binde- und das Drüsengewebe zurückbilden. Vor der Menopause verändert sich die Brust durch hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus. Diese Aspekte sind bei Vorsorgeuntersuchungen von Bedeutung, um den richtigen Zeitpunkt und die richtige Methode (etwa Sonographie bei jüngeren Frauen mit dichtem Brustgewebe) zu wählen. Schau dazu gerne in unserem Bereich 'Früherkennungsmöglichkeiten' vorbei.
Die weibliche Brust ist, besonders im vorderen Teil im Bereich der Brustwarze, durchzogen von einem System feinster Lymphbahnen, die unter anderem für den Abtransport von Krankheitserregern und Abbauprodukten der Zellen verantwortlich sind. Wenn sich bei einer Brustkrebserkrankung einzelne Zellen vom Ursprungstumor lösen, werden sie durch die Lymphbahnen in den nächstgelegenen Lymphknoten transportiert, der deshalb angeschwollen sein kann. Bei Vorsorgeuntersuchungen werden daher immer auch die Lymphknoten abgetastet.
Sondersituation Brustkrebs beim Mann
Brustkrebs wird weitläufig typischerweise mit Frauen assoziiert. Doch auch Männer können die Diagnose erhalten. In Deutschland sind das jährlich über 700 Fälle. Im Gegensatz zur weiblichen Brust befinden sich bei Männern nur rudimentär angelegte Milchgänge. Denn bis zur Pubertät ist die weibliche und die männliche Brust nahezu gleich; erst durch die weiblichen Sexualhormone wachsen bei Mädchen das Binde- und Fettgewebe, das Drüsengewebe sowie die Milchgänge. Die Anlagen sind jedoch auch in der männlichen Brust vorhanden und dort haben bei Weitem die meisten der Brustkrebserkrankungen ihren Ursprung.
Symptome des männlichen Brustkrebs sind ganz ähnliche wie bei Frauen: Knoten und Entzündungen im Brustbereich sowie verhärtete oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle. Außerdem können eine Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze, eine Veränderung der Brusthaut oder eine Einziehung der Brustwarze auf möglichen Brustkrebs hindeuten.
Doch die Forschung ist aufgrund der viel geringeren Fallzahlen bei Männern auf Frauen konzentriert. Derzeit gibt es keine Leitlinie zur Früherkennung beim Mann, außerdem wird hier häufig nicht mit Brustkrebs gerechnet. Das führt dazu, dass Vorboten oftmals übersehen oder fehlgedeutet werden und der Krebs sich über einen langen Zeitraum entwickeln kann.
Auch sämtliche verfügbaren Behandlungsansätze und Behandlungsorte sind auf Frauen ausgerichtet. Für betroffene Männer stellt das – neben der sowieso schon beängstigenden Diagnose – eine Doppelbelastung da. Häufig fühlen sie sich schlichtweg deplatziert. In zertifizierten Brustzentren sind die Ärzt:innen jedoch durchaus vertraut mit der Erkrankung beim Mann und in jedem Fall sollte die Fachkompetenz eines Brustzentrums, wo immer möglich, genutzt werden.
Wir empfehlen für die weitere Information: „Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V.“
Sondersituation genetisch bedingtes Risiko
Bis zu 20 Prozent der Brustkrebspatient:innen sind familiär vorbelastet, etwa ein Viertel davon haben das veränderte Gen BRCA1 oder BRCA2. Das bedeutet, dass insgesamt etwa 5 Prozent aller Brustkrebsfälle erblich-genetisch bedingt sind. Für Mutationsträger:innen erhöht sich das lebenslange Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, auf rund 60 Prozent und das Risiko für Eierstockkrebs auf 20 bis 60 Prozent. Hinweise auf erblich bedingten Brustkrebs liegen beispielsweise vor, wenn die Erkrankung in sehr jungem Alter auftritt oder mehrere Personen in der Familie erkrankt sind.
Die BRCA-Gene werden auch als Tumorsupressorgene bezeichnet, da sie in intaktem Zustand der Entstehung eines Tumors entgegenwirken. BRCA steht für „breast cancer“, das englische Wort für Brustkrebs. Bei einer Mutation kann das Gen diese Schutzfunktion nicht mehr wahrnehmen und die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung steigt deutlich. Sowohl Mütter als auch Väter können Träger der Genveränderung sein. Männer erkranken zwar deutlich seltener, können die Mutation jedoch ebenso wie Frauen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weitergeben.
Bei einem Verdacht auf die Genmutation kann ein Gentest für Gewissheit sorgen. Dieser wird in Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs auf Basis einer Blutprobe durchgeführt. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Beratung und Gendiagnostik. Bestätigt sich die Vermutung, wird die Frau (oder der Mann) nicht allein gelassen. Es bietet sich die Möglichkeit einer engmaschigen Brustkrebs-Vorsorge bis hin zur vorbeugenden Entfernung der gesunden Brustdrüse. Die Entscheidung zur Gendiagnostik muss sehr sorgfältig getroffen werden. Wer aus einer Familie mit einer bekannten Mutation kommt, kann durch den Gentest jedoch auch entlastet werden, wenn nämlich diese nicht nachgewiesen werden kann.
Weiterführende Informationen zu diesem Spezialthema findest du über unsere Linkliste und bei:
Wenn sich ein Verdachtsmoment bestätigt
Wenn du die Diagnose Brustkrebs erhalten hast, kann das erst einmal sehr beängstigend und überfordernd sein. Lass dir in jedem Fall ein paar Tage Zeit. Sprich mit vertrauen Menschen und informiere dich bei Ärzt:innen und Fachstellen über die Krankheit Brustkrebs. Hol dir eine zweite ärztliche Meinung ein.
Viele wichtige Entscheidungen liegen nun vor dir. Doch Brustkrebs ist in den meisten Fällen kein medizinischer Notfall. Nimm dir deshalb die Zeit, die du benötigst, um dich über die Krankheit und die unterschiedlichen Behandlungsmethoden zu informieren. Dein Arzt beziehungsweise deine Ärztin wird dich bei den folgenden Schritten begleiten. Prüfe, ob du die weitere Behandlung in einem zertifizierten Brustzentrum durchführen lassen kannst. Erwäge, ob aktuelle Studien und eine Teilnahme an diesen für dich in Betracht kommen. Sprich darüber mit deinen behandelnden Ärzt:innen.
Direkte Hilfe bieten der Krebsinformationsdienst, die Deutsche Krebshilfe e. V. und die regionalen Brustzentren in deiner Nähe. Sieh hierzu auch in unserer Linkliste nach oder informiere dich bei deiner Krankenkasse.
Gut zu wissen:
Brustkrebs gehört inzwischen zu den am bestuntersuchten Krebserkrankungen. Die zertifizierten Brustzentren zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus. Sie bieten optimale Brustkrebsversorgung, von der Diagnostik bis zur Nachsorge. Die Heilungsprognose hat sich durch eine Vielzahl an frühzeitigen Diagnosemethoden und verfügbaren Therapien erheblich verbessert.
Wie wird Brustkrebs behandelt
Zur Bekämpfung von Brustkrebs gibt es verschiedene Therapieformen. Entschieden wird vor allem je nach Art, Größe und Ausbreitung des Tumors sowie dem Alter, dem Rückfallrisiko und der allgemeinen Gesundheit der betroffenen Person.
Die möglichen eingesetzten Verfahren umfassen: Operation, Strahlentherapie, Hormontherapie, Chemotherapie und sogenannte Zielgerichtete Verfahren. Oft wird mit einer Kombination der vorhandenen Therapieformen behandelt. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto weniger aggressiv ist in der Regel die Therapie.
Aufgrund des Restrisikos an noch zirkulierenden Krebszellen im Körper folgt auf die Operation in der Regel die sogenannte adjuvante Behandlung. Diese wird durch Strahlentherapie, oft in Kombination mit einer medikamentösen Therapie, durchgeführt.
Für weiterführende Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs verweisen wir auf die Seite des Krebsinformationsdienst.
Studien – eine interessante Möglichkeit
In der Forschung gibt es immer wieder neue Behandlungsstrategien oder Medikamente zur Bekämpfung von Krankheiten, die aber noch nicht etabliert sind. Bevor sie schließlich öffentlich zugänglich gemacht werden, müssen sie in Form von klinischen Studien umfangreich geprüft werden.
Bei den interventionellen Studien werden ausgewählten Patient:innen Arzneimittel in einer genau bestimmten Dosierung oder Kombination zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden anschließend mit schon bestehenden Behandlungsmethoden verglichen. Der Vorteil für Teilnehmer:innen liegt in einer engmaschigen und sehr umfangreichen Untersuchung und Betreuung. Gleichzeitig erhalten sie Zugang zu Therapien, die dem allerneuesten Stand entsprechen und können daher von den jüngsten Erkenntnissen der Forschung profitieren.
Bei nicht-interventionellen Studien kommen Medikamente zum Einsatz, die bereits erprobt und auf dem Markt verfügbar sind. Bei diesen Studien sollen Ergebnisse schon abgeschlossener klinischer Studien bestätigt werden, bevor diese als neue Therapierichtung in alle Behandlungen mit einfließen.
Gerade für Brustkrebspatient:innen besteht die Möglichkeit, an Studien teilzunehmen. Ob und welche Studien angeboten werden, kannst du beispielsweise über folgenden Link erfahren:
Vor der Teilnahme an einer Studie solltest du dies mit deinen behandelnden Ärzt:innen besprechen. Denn zunächst muss geprüft werden, ob die Art des Tumors, das Lebensalter und sonstige bekannte Erkrankungen zu den innerhalb der Studie benötigten Werten passen. Voraussetzung ist außerdem, dass du im Vorfeld umfassend aufgeklärt wirst. Sollten alle Anforderungen erfüllt sein, entscheidest natürlich immer du selbst, ob du an der angebotenen Studie tatsächlich teilnehmen möchtest.
Das Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft legt ausdrücklich fest, dass Patient:innen, die nicht an einer Studie teilnehmen, qualitativ ebenso gut behandelt werden wie Studienteilnehmer:innen.
Rechtliche Situation bei Migrant:innen
In den ersten 18 Monaten ihres Aufenthaltes haben Geflüchtete und Asylbewerber:innen weniger Zugriff auf Leistungen als gesetzlich Versicherte. Jedoch stehen ihnen bei gesundheitlichen Beschwerden, akuten Schmerzen und Krankheiten die notwendige Behandlungen zu. Dies beinhaltet auch medizinische Vorsorgeuntersuchungen. Um einen Arzt aufsuchen zu können, wird der sogenannte Berechtigungs- oder Behandlungsschein benötigt. Dieser wird meist von der Erstaufnahmeeinrichtung oder der zuständigen Behörde vor Ort, in der Regel dem Sozialamt, ausgehändigt. Die Gültigkeitsdauer ist unbedingt zu beachten. Nach 18 Monaten bekommen Geflüchtete und Asylbewerber:innen auch die elektronische Gesundheitskarte.
Weitere Informationen findest du hier: www.migration-gesundheit.de oder www.mimi-gesundheit.de
Abschließendes – deine Rechte
Die Rechte für Patient:innen sind vom Bundesministerium für Gesundheit im „Leitfaden Patientenrecht in Deutschland“ zusammengefasst. Diesen findest du unter www.bmj.de
Einige erste wichtige Angaben: Du hast grundsätzlich das Recht auf Information, Schutz der Privatsphäre, freie Ärzt:innen-Wahl und Selbstbestimmung. Darüber hinaus auf Einsichtnahme in deine Unterlagen, auf eine Zweitmeinung sowie auf eine lückenlose Versorgung.
Brustkrebs-Früherkennung
Das kann Leben retten
Die Überlebensrate bei Brustkrebs beträgt 83 Prozent, bezogen auf 10 Jahre. Die Früherkennung und die damit einhergehende Behandlungsmöglichkeit der Krankheit tragen zu einer möglichen Heilung bei. Da bei einer frühen Erkennung in der Regel weniger aggressive Methoden eingesetzt werden können, ist die Lebensqualität während der Behandlung zudem in der Regel deutlich höher. Insgesamt bewirkt Früherkennung, dass weniger Frauen an ihrer Erkrankung sterben.
Wenn Fragen offen bleiben
Mit keiner äußeren Untersuchungsmethode und mit keinem bildgebenden Verfahren kann erkannt werden, ob eine Veränderung letztlich gut- oder bösartig ist und nicht jede Veränderung bedeutet gleich Krebs. Doch Gewissheit ist wichtig – für den Körper und für den Kopf. Hierzu bedarf es immer einer Gewebeentnahme (Biopsie).
Wichtig zu wissen ist auch, dass Untersuchungen in manchen Fällen falsche Ergebnisse liefern können und somit ein Verdachtsmoment entstehen kann, obwohl die Frau gar nicht erkrankt ist.
Vorsorge als Selbstfürsorge
Es gibt keine pauschale Richtlinie zur Vorsorge – wie sie mit Untersuchungen im Bereich der Früherkennung umgeht, entscheidet jede Frau für sich. Außerdem gilt: Keine Maßnahme kann allein eine hundertprozentige Sicherheit geben. Vielmehr geht es uns darum, Frauen zu ermutigen, einen achtsamen Umgang mit sich selbst zu pflegen und mögliche Veränderungen wahr- und ernstzunehmen – ohne Angst.
Das Wort "Vorsorge" ist übrigens missverständlich: Wir können eine Erkrankung nicht verhindern. Aber mit Erläuterungen zur Selbstabtastung, Erinnerungen zum individuell richtigen Zeitpunkt, Kontakten zu Fachstellen und vielen weiteren Informationen sorgen wir dafür, dass Dank Früherkennung Betroffene besser durch die Krankheit gelangen. Mit Tipps für einen gesunden Lebensstil kann das Risiko zu erkranken insgesamt reduziert werden.
Selbstabtastung
Das Kennenlernen und die Wahrnehmung der eigenen Brust sind ein wirkungsvoller Baustein bei der Früherkennung von Brustkrebs. Außerdem ist die Selbstabtastung die einzige Früherkennungsmöglichkeit, die du selbstständig Zuhause durchführen kannst. Bemerkenswert ist, dass etwa 80 Prozent der Mammakarzinome entdeckt werden, weil die Frauen selbst Veränderungen in ihrer Brust feststellen.
Eine Veränderung bedeutet nicht gleich Brustkrebs: Auch Zysten können beispielsweise die Ursache für eine Auffälligkeit sein. Trotzdem sollten Veränderungen immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden.
Auf folgende Merkmale solltest du achten:
• Schmerzen an einer Stelle der Brust
• Knötchen in der Achselhöhle oder der Brust
• Anschwellen der Haut oder Entstehung von Cellulite im Bindegewebe der Brust
• Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
• Veränderungen der Brustwarze
• Veränderung der Größe der Brust
• Beim Heben der Arme verformt oder bewegt sich eine Brust anders als die andere
• Hautrötungen (teils aussehend wie Schorf), die nicht abklingen
Der ideale Zeitpunkt für die Selbstabtastung ist zum Ende der Regelblutung beziehungsweise in der ersten Woche nach dem Zyklus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Brustgewebe weicher und weniger druckempfindlich. Nach den Wechseljahren ist der Zeitpunkt beliebig, da sich das Gewebe nicht mehr so stark verändert. Wenn du Hormone einnimmst, kann das Gewebe dichter werden und somit eine Beurteilung erschweren.
Wichtig ist Regelmäßigkeit: Bei einer Abtastung mindestens einmal im Monat ist schon nach kurzer Zeit die Wahrnehmung deutlich gesteigert. Zur Unterstützung der Selbstabtastung haben wir eine Anleitung zum Selbstabstasten (Abstastflyer) mit unserer Botschafterin Regina Halmich entwickelt. Und ein "Workoutvideo" mit unseren Botschafterinnen Anna und Lisa Hahner zeigt Schritt für Schritt in bewegten Bildern, wie es geht. Hier bekommst du konkrete Tipps, wie du deine Brust am besten selbst abtasten kannst. Es ist wirklich einfach.
Außerdem erinnern wir in unseren Kampagnen immer wieder daran, das eigene Abtasten zur Routine zu machen. Ohne Angst. Mit Selbstverständlichkeit.
Ärztliche Tastuntersuchung
Die ärztliche Tastuntersuchung ist vorgesehen für Frauen ab 30 Jahren. Einmal jährlich werden dabei vom Arzt oder der Ärztin die Brüste sowie die Lymphknoten in den Achselhöhlen abgetastet und mögliche Auffälligkeiten der Größe, Form oder der Hautstruktur und der Brustwarzen geklärt.
Die Teilnahme an den regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ist freiwillig. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Leistungen können von Patientin zu Patientin und möglicherweise auch unter den verschiedenen Krankenkassen variieren. Bei deinem Arzt oder deiner Ärztin solltest du daher erfragen, welche Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden und inwiefern auch Untersuchungen außerhalb der Kassenleistungen möglich sind.
Tastuntersuchung durch eine MTU (Medizinisch Taktile Untersucherin, Discovering Hands®):
Statt wie üblich bei einem Gynäkologen beziehungsweise einer Gynäkologin kannst du die Tastuntersuchung auch in Form der Taktilographie durchführen lassen. Dabei tasten ausgebildete sehbehinderte Medizinisch Taktile Untersucherinnen (MTU) deine Brust ab – durch den überragend ausgeprägten Tastsinn blinder und sehbehinderter Menschen können dabei bereits sehr kleine Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten im Brustgewebe entdeckt werden. Die Taktile Brustuntersuchung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Die MTU orientiert sich mithilfe von Klebestreifen an der Brust und tastet diese nach einem standardisierten Verfahren in allen Gewebetiefen systematisch ab. Die Untersuchung findet unter ärztlicher Verantwortung statt; das Ergebnis bespricht dein Arzt oder deine Ärztin direkt im Anschluss mit dir.
Um mehr über die Taktile Brustuntersuchung zu erfahren und teilnehmende Arztpraxen kennenzulernen, schau gerne auf die Website von Discovering Hands: www.discovering-hands.de
Sonografie (Ultraschalluntersuchung)
Bei der Sonografie werden kurze Schallwellenimpulse durch die Haut gesendet. Gewebeanteile mit unterschiedlicher Dichte reflektieren diese Impulse unterschiedlich stark, entsprechend farblich abgegrenzt werden diese dann auf dem Ultraschallbild dargestellt. Die meisten Gewebeschichten werden in verschiedene Grautöne umgewandelt. Auffälligkeiten wie etwa Zysten oder Knoten können durch diese Methode oft problemlos identifiziert werden.
Die Sonografie kommt deshalb vor allem bei unklaren Tast- oder Mammografiebefunden zum Einsatz. Als alleinige Untersuchungsmethode eignet sie sich jedoch nicht.
Vor allem auch bei jungen Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe oder Frauen mit Brustimplantaten liefert die Sonografie wertvolle Einblicke.
Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei. Da keine Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt, kann das Verfahren ohne Risiko durchgeführt werden.
Mammografie (Röntgenuntersuchung)
Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, bei der bereits sehr kleine, noch nicht zu ertastende Knötchen oder sogenannter Mikrokalk (ein Vorstadium von Brustkrebs) erkannt werden können. Die Mammografie wird regulär im Stehen durchgeführt. Dabei werden die Brüste kurz zwischen zwei Plexiglasplatten gepresst, was für einige Frauen etwas unangenehm oder schmerzhaft sein kann. Von vorne sowie von der Seite werden dabei Röntgenaufnahmen erstellt.
Die Mammografie wird angewandt, um Auffälligkeiten bei der ärztlichen Tastuntersuchung abzuklären. Vor allem bei jüngeren Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe ist diese Methode jedoch nicht so wirksam wie die Sonografie – dein Arzt oder deine Ärztin kann dich über die für dich passende Untersuchung aufklären.
Unabhängig von Symptomen wird diese Methode im Rahmen des Mammografie-Screening-Programms bundesweit Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre als Vorsorgeuntersuchung angeboten. Diese erfolgt zusätzlich zur ärztlichen Tastuntersuchung und wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT)
Die MRT-Untersuchung kommt bei der Vorsorge vor allem in Sonderfällen zum Einsatz: so etwa bei Frauen mit einem erhöhten familiären Risiko, mit Brustimplantaten oder bei unklaren Befunden der Mammografie- oder Sonografieuntersuchung. Bei Frauen, die bereits früher einmal an Brustkrebs erkrankt waren, kann diese Methode dank ihrer Präzision eingesetzt werden, um eine vorliegende Vermutung eines zurückgekehrten Tumors zu klären.
Bei der etwa 30-minütigen Untersuchung liegt die Frau in Bauchlage in einer Kernspinröhre, in der ein starkes Magnetfeld erzeugt wird, um die verschiedenen Schichten des Körpers bildlich darzustellen. In der Regel kommt dabei ein Kontrastmittel zum Einsatz, das intravenös verabreicht wird.
Bei einer MRT-Untersuchung der Brust können bereits sehr kleine Mammakarzinome und Tumorvorstufen oder Tumore der Drüsenläppchen erkannt werden. Als alleinige Vorsorgeuntersuchung ist diese Methode noch nicht im Einsatz.
Unser Netzwerk

Hilfreiche Links, starke Netzwerke, echte Unterstützung
Pink Ribbon Deutschland verweist an dieser Stelle auf mehr Informationen zu verschiedenen Themenbereichen anhand von Empfehlungen. Unsere Verlinkungen umfassen spezialisierte Organisationen, Vereine, Krankenhäuser und Brustzentren, die sehr hilfreich sein können.
Wir möchten dir damit auch regionale Anlaufstellen zeigen, bei denen du als Betroffene oder Angehörige Unterstützung und Austausch finden kannst.
Anhand der Kategorien siehst du, welche Schwerpunkte die einzelnen Empfehlungen haben.
Die Liste wird ständig erweitert – wenn ihr als Organisation oder Verein hier aufgenommen werden möchtet, nehmt gerne Kontakt mit uns auf.
Informationen
-
Brustkrebs beim Mann – Netzwerk mit Informationen für den Mann
www.brustkrebs-beim-mann.de -
Code Check App – Produkte checken und gesünder einkaufen
www.codecheck.info -
Eat What You Need e. V. – Allianz für bedarfsgerechte Ernährung bei Krebs
www.was-essen-bei-krebs.de -
Krebsbehandlung und Naturheilkunde – umfangreiche Informationsseite mit Hinweisen zu anerkannten und zweifelhaften Naturheilmethoden
www.komplementaermethoden.de -
Krebs aktuell – Online-Gesundheitsratgeber mit zahlreichen weiterführenden Internetseiten
www.krebs-aktuell.de -
Krebsgesellschaft – Informationen zum Thema Krebs für Ärzte, Wissenschaftler und Patienten
www.krebsgesellschaft.de -
KID – Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
www.krebsinformationsdienst.de -
Dr. Mildred Scheel Akademie für Forschung und Bildung gGmbH
www.mildred-scheel-akademie.de -
Pink Ribbon Kampagne in der Schweiz
www.pink-ribbon.ch - DasKrebsportal
www.daskrebsportal.de
Vorsorge, Früherkennung
- BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs
www.brca-netzwerk.de - Deutsche Krebshilfe – fördert Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie und medizinischen Nachsorge
www.krebshilfe.de - discovering hands® – Brustgesundheitsvorsorge durch blinde Frauen
www.discovering-hands.de - Mammo-Programm – wichtige Informationen zum Mammografie-Screening-Programm in Deutschland auf einen Blick
www.mammo-programm.de - Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs Köln
familiaerer-brust-und-eierstockkrebs.uk-koeln.de
Behandlung
-
Bundesministerium für Gesundheit
https://gesund.bund.de/suchen/aerztinnen-und-aerzte -
Die Arzt-Auskunft
www.arztauskunft.de -
Deutsche Gesellschaft für Senologie – Übersicht zertifizierter Brustzentren bundesweit
www.senologie.org/brustzentren/ -
Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie
www.agbkt.de -
Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten
www.bvz-info.de -
Oncomap – Übersicht anerkannter Brustzentren mit Adressen und Zugang zur den einzelnen Webseiten von der Deutschen Krebsgesellschaft
www.oncomap.de -
Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland – bietet neutrale kostenlose Beratung
www.patientenberatung.de -
Verein Lebenswert – für seelische Hilfe bei Ängsten, Sorgen und Nöten in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung
www.vereinlebenswert.de
(Selbst)hilfe
-
Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.
www.frauenselbsthilfe.de -
INKAnet – Internetportal für Krebspatienten und Angehörige: sich vernetzen, Menschen treffen, selbst bestimmen
www.inkanet.de -
Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e. V.
www.hilfe-fuer-kinder-krebskranker.de -
Mamazone – moderne Patientinnen-Initiative
www.mamazone.de -
NAKOS – Kontaktstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
www.nakos.de -
Outdoor against Cancer
outdooragainstcancer.de -
Revierinitiative – Beratung und Unterstützung erkrankter Frauen
www.die-revierinitiative.de -
yeswecan!cer – Selbsthilfegruppe für KrebspatientInnen
yeswecan-cer.org
Anderes
- Haushaltshilfe mit Herz
www.haushaltshilfe-mit-herz.de -
Rexrodt von Fircks Stiftung – Unterstützung für krebskranke Mütter und ihre Kinder
www.rvfs.de -
Look Good Feel Better – Patientenprogramm der DKMS
www.lookgoodfeelbetter.de -
Therapiestudienregister der Deutschen Krebsgesellschaft – Studienübersicht aller verfügbaren Studien, gut geeignet für Menschen mit medizinischem Hintergrund
www.studien.de






